Unificazione dei quotidiani di Tamedia: Imprint chiama Weko

Der Journalistenverband Impressum kämpft gegen die Vereinheitlichung der Tamedia-Tageszeitungen, indem er die eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) anruft. Der Medienkonzern missbrauche seine marktbeherrschende Stellung, was sozial schädliche Auswirkungen habe. Tamedia hingegen winkt ab.

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Mit dem Vorgehen will sich Impressum gegen die Zusammenlegung von Tamedia-Zeitungsredaktionen ab 1. Januar 2018 stellen. Die zwölf bezahlten Tageszeitungen und ihre beiden Sonntagszeitungen in der Deutschschweiz und der Suisse romande werden in Zukunft von je einer Grossredaktion pro Sprachregion beliefert (Werbewoche.ch).

Nach Ansicht von Impressum hat die Konzentration der Tamedia-Zeitungsredaktionen «eine in der Schweiz noch nie dagewesene Verarmung der Informations- und Meinungsvielfalt» zur Folge. Diese sei in einer direkten Demokratie besonders wichtig, damit sich die Stimmberechtigten ihre Meinung aus verschiedenen Quellen bilden können, argumentiert der Verband. Impressum stört sich daran, dass beispielsweise in Bern in Zukunft in der Giornale bernese – mit Ausnahme der Lokalnachrichten – das gleiche stehen wird wie im Alleanza. Ähnliche Szenarien werden auch für Zürich (Regionalzeitungen vs. Tages-Anzeiger) und die Westschweiz (Tribune de Genève vs. 24 Ore) beschrieben.

Impressum wirft Tamedia dabei vor, ein Monopol zu missbrauchen: Da man in Bern beide Tageszeitungen besitze und keine lokale Konkurrenz zu fürchten habe, könne man sich leisten, deren Redaktionen «zu demontieren» und die Inhalte zu einem grossen Teil in Zürich zu produzieren.

Der Journalistenverband ersucht deshalb die Weko, festzustellen, in welchen Regionen der Schweiz Tamedia über eine marktbeherrschende Stellung verfüge. Zweitens soll die Weko laut Mitteilung prüfen, ob das Verhalten von Tamedia volkswirtschaftlich oder sozial schädliche Auswirkungen zeitigt. Drittens wird als vorsorgliche Massnahme gefordert, dass Tamedia die Reorganisationsmassnahmen einstweilen aussetzt.

«Weko wird für Kampagne missbraucht»

Bei Tamedia zeigt man derweilen wenig Verständnis für die neusten Pläne des Journalistenverbandes. «Impressum missbraucht mit dieser Beschwerde die Eidgenössische Wettbewerbskommission für eine Kampagne», sagt Konzernsprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der Werbewoche. Das Kartellgesetz sei auf eine solche interne Reorganisation gar nicht anwendbar, ist er überzeugt. «Zudem verfügen wir weder über ein Monopol noch sind wir in der gesamten Schweiz marktbeherrschend, wie Impressum unterstellt.»

Die Reorganisation mit den Mantelredaktionen komme dem Journalismus sogar zugute, ist er überzeugt: «Unsere Herausforderung ist vielmehr, dass sich die Zeit der Konsumenten auf immer mehr Informations-, Social-Media- und Werbeplattformen verteilt. Dank einer engeren Zusammenarbeit zwischen unseren Tageszeitungen stärken wir den unabhängigen Journalismus und können die technologischen Möglichkeiten für neue Angebote nutzen.» (hae)

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