Consiglio del pubblico: lode a "La voce della Svizzera

Der Publikumsrat der SRG Deutschschweiz hat in einer Sitzung über die Sendungen «The Voice of Switzerland» auf SRF 1 und «Virus TV» beraten. Erstgenannte sei professionell und unterhaltend, «Virus TV» bezeichnet der Rat als «originelle Experimentierküche».

«The Voice of Switzerland» ist für den Publikumsrat eine professionelle und gelungene Adaption eines international erfolgreichen Casting-Formats für die Schweiz. Die Sendung sei unterhaltend gewesen und habe musikalische Darbietungen auf hohem Niveau geboten, so der Publikumsrat in einer Mitteilung vom Montag. Das Coaching-Team beeindruckte den Rat mit Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Authentizität. Der Einbezug des Publikums über Social Media wird begrüsst, die Umsetzung konnte jedoch noch nicht vollends überzeugen.

Eine Mehrheit des Publikumsrats attestiert «The Voice of Switzerland» hohen Unterhaltungswert. Massgeblich dazu beigetragen haben die Musik und die qualitativ hochstehenden Darbietungen. Viel Abwechslung hätten die unterschiedlichen Etappen und die Mischung aus Musik-Show, Wettkampf, Talk und Einspielungen geboten. Im Rat besonders gut angekommen sind die Blind Auditions. Als gelungen erachtet das Gremium das Einschweizern des internationalen Formats. Schweizerisch war neben der Mundart, dass die einheimische Kultur- und Sprachenvielfalt mit dem Einbezug von Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Landesteilen sowie mit Vertretern der ausländischen Bevölkerung gut zum Ausdruck gekommen ist.

Erfreut zeigte sich der Publikumsrat auch über den positiven Ansatz der Casting-Show. Es ging in «The Voice of Switzerland» um die Förderung von Talenten, um Unterstützung und Wertschätzung und nicht wie bei anderen Casting-Shows um Blossstellung und Beleidigung. Als gute Wahl bezeichnet der Publikumsrat die Zusammensetzung des Coaching-Teams. Die verschiedenen Coaches überzeugten durch Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Authentizität. Es sei ihnen gelungen, eine positive Stimmung zu verbreiten. Nach Ansicht mehrerer Ratsmitglieder hätten die Leistungsbeurteilungen allerdings noch klarer und kritischer – in einem positiv konstruktiven Sinn – sein dürfen. Denn es hätte durchaus Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Darbietungen gegeben.

Der Web-Auftritt Thevoice.srf.ch kam im Publikumsrat sehr gut an. Er vermochte optisch zu überzeugen und bot viele Zusatzinformationen. Der Versuch, bei «The Voice of Switzerland» die Interaktion mit dem Publikum via Social Media zu verstärken, wird vom Rat grundsätzlich begrüsst. Allerdings sei die Integration der Publikumsreaktionen in die Live-Show noch nicht befriedigend gewesen. Für das Publikum am Bildschirm sei durch die präsentierten Twitter-Meldungen kein Mehrwert entstanden. Zu banal und nichtssagend seien diese meist gewesen.

«Virus TV»: Originelle Experimentierküche

«Virus TV» ist nach Ansicht des Publikumsrats eine freche, unkonventionelle Musik-Talk-Show für Junge und Junggebliebene. Je nach Gast könne die Sendung auch Zuschauersegmente ausserhalb des Radio SRF Virus-Publikums ansprechen. Die Integration von Radio, Fernsehen und Online sei auf gutem Weg. «Virus TV» sei unterhaltend, allerdings würde etwas mehr Tiefgang in den Gesprächen der Sendung gut tun.

Eine Mehrheit im Publikumsrat zeigte sich positiv überrascht über die noch wenig bekannte Sendung «Virus TV» am Freitagabend auf SRF zwei. Der Rat begrüsst, dass eine solche Sendung als Medien- und Satireexperimentierfeld Platz im SRF-Programm findet. «Virus TV» ist in den Augen des Publikumsrats frisch, abwechslungsreich, originell und witzig. Die Gästeauswahl beurteilt der Publikumsrat als breit und abwechslungsreich. Damit könnten auch Zuschauerinnen und Zuschauer ausserhalb des Virus-Zielpublikums gewonnen werden. Die Doppelmoderation durch Anic Lautenschlager und Andi Rohrer kommt im Rat gut an.

Während der Unterhaltungswert der Sendung im Publikumsrat unbestritten ist, beurteilen einige Ratsmitglieder den Informationsgehalt als relativ bescheiden. «Virus TV» enthält verschiedene Elemente und Aktionen, welche die Sendung kurzweilig und abwechslungsreich machen. Sie treffen jedoch nicht immer den Geschmack des ganzen Rats. Einige Ratsmitglieder finden etwa den ritualisierten Gang zum WC originell, andere könnten darauf verzichten. Die Ausseneinsätze werden von vielen als witzig und unterhaltend empfunden. Für andere schwappen sie teilweise über ins Nervige.

Als angemessen und gelungen bezeichnet der Publikumsrat die Menge an Interaktivität und das Online-Angebot. Die Hinweise auf die Website und Twitter seien deutlich, aber nicht penetrant. Die Website von «Virus TV» sei einfach und übersichtlich. Der Publikumsrat wünscht sich, nebst der Fernseh- auch die Radiosendung online abrufen zu können.

Die an «Virus TV» anschliessende Radiosendung auf SRF Virus kommt bei der Mehrheit des Publikumsrats ebenfalls gut an. Sie sei spontan und intensiv und biete teilweise mehr Informationsgehalt als die Fernsehsendung. Eine besonders grosse Herausforderung sei es allerdings, das Fernsehpublikum zum Radio zu überführen.

 

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