«Meteo» unter Schleichwerbeverdacht wegen Wetterbildern

Das Bakom führt eine Voruntersuchung, weil Tourismusorte für die Einschaltung ihrer Panoramabilder in den Wettersendungen von SF DRS bezahlen.

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom)
führt eine Voruntersuchung zu «Meteo» und dem Wetterkanal von SF DRS
wegen Verdachts auf Schleichwerbung. Dabei geht es um die
Panoramabilder aus Tourismusorten, wie die SonntagsZeitung (SoZ)
berichtet. Die Orte müssten nicht nur für die Inbetriebnahme der
Kameras, sondern auch für den Sendeplatz bei SF DRS bezahlen. Laut der
SoZ fliesst das Geld dabei über die Firma Feratel, die für Akquisition
und Aufbereitung der Bilder zuständig ist. Die Investitionskosten von
35’000 Franken und die jährlichen Betriebskosten von rund 30’000
Franken bezahlen die Ferienorte direkt. Feratel kassiere aber auch eine
«Jahrespauschale» von 20’000 bis 25’000 Franken «für die Einschaltung
in das Programm von SF DRS», zitiert das Blatt aus einem Vertrag, der
ihm vorliegt. Ein Teil davon geht gemäss Feratel-Geschäftsführer Gregor
Fuchs an SF DRS. Über die Höhe dieser Summen gaben weder SF DRS noch
Feratel Auskunft. Für das Bakom sind die Geldflüsse «Indizien für
Werbung». «Wir wollen genaue Informationen über die Rolle von SF DRS in
diesem Geschäft», sagt Carole Winistörfer, Leiterin der Abteilung
Aufsicht im Bakom. Da die Wetterbilder nicht als bezahlte
Werbebotschaften gekennzeichnet sind, wäre es laut der SoZ in jedem
Fall Schleichwerbung. SF DRS spricht beim Wetterkanal nicht von einer
Werbesendung. «Dass die Kamerastandorte genannt werden, ist
selbstverständlich. Das Publikum will wissen, wo welches Wetter
herrscht», sagte TV-Sprecher Robert Neuhaus zur SoZ. Was «Meteo»
angehe, gebe es für die Orte keine Garantie für eine Bildpräsenz. Die
Redaktion entscheide nach redaktionellen Kriterien, ob eine Kamera in
die Sendung geschaltet werde.

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