Lucidato a specchio

Fachpresse auto & technik schaltet einen Gang höher, um die Konkurrenz abzuhängen. Der Titel wird bilingue und gönnt sich ein Redesign.

Fachpresse auto & technik schaltet einen Gang höher, um die Konkurrenz abzuhängen. Der Titel wird bilingue und gönnt sich ein Redesign.
Frisch lackiert und mit aufgebohrtem Motor kommt auto & technik im Januar aus dem Service. Das Fachmagazin für die Fahrzeugbranche startet mit einem Redesign ins neue Jahr. Die Titelseite wird umgestaltet, die Schriften werden verschlankt und das Layout aufgelockert. Durch die Umstellung von vier auf drei Spalten sollen sich Bilder attraktiver integrieren lassen.
Das Grundbild soll bei der Umgestaltung zwar erhalten bleiben. «Wenn Sie das neue Heft in die Hand nehmen, sehen Sie immer noch sofort: Es ist auto & technik», meint Chefredaktor Michael Rehsche. Doch das gilt jetzt für beide Aussenseiten: Statt einer Anzeige findet sich auf der Rückseite ein
eigenes Titelblatt für den neuen französischsprachigen Teil. Dieser umfasst zum Start acht Seiten inklusive Werbung.
Die redaktionellen Inhalte sind eigens in der Romandie recherchierte Artikel oder komplette Übersetzungen ausgewählter deutscher Beiträge. Auf kurze Résumés, wie teils von der Konkurrenz praktiziert, will Rehsche verzichten. Gepflegt wird der Westschweizer Teil vom zweisprachigen freien Autojournalisten Denis Robert.
Den Inserenten zuliebeDen Schritt in Richtung Romandie macht auto & technik auf Grund von Kundenwünschen. «Es wurde an uns herangetragen, dass unsere Inserenten über einen französischen Teil glücklich wären, da manche von ihnen gesamtschweizerisch tätig sind», erklärt Michael Rehsche. Durch die sprachliche Erweiterung hofft er, vermehrt Entscheidungsträger aus mittleren Unternehmen der Westschweiz als Leser zu gewinnen.
Inhaltlich fährt auto & technik den Kurs weiter, den Rehsche seit seinem Amtsantritt Anfang 2004 gesetzt hat: Technik bleibt ein Hauptstandbein, während die Berichterstattung zu wirtschaftlichen Themen verstärkt wird. Vorsichtig ausweiten möchte Rehsche den Bereich Politik. Entwicklungen, welche die Autobranche betreffen, sollen künftig ebenfalls in auto & technik analysiert werden.
Schon die zweite StufeDer Chefredaktor streitet nicht ab, dass diese Strategie als Angriff auf die neue Konkurrenz betrachtet werden kann. Seit diesem März empfiehlt sich der Branche mit Auto & Wirtschaft ein weiteres Monatsmagazin als Plattform. Michael Rehsche betont aber, dass er den Ausbau der Wirtschaftsthemen schon lange vor dem Markteintritt des Mitbewerbers geplant hatte. Die erste Stufe sei bereits im Frühling gezündet worden: Im Hinblick auf die für 2005 auszuhandelnden Verträge zwischen Importeuren und Garagisten habe auto & technik verstärkt über Handel und Vertrieb berichtet.
Auf die Auflage habe sich die neue Konkurrenz bisher nicht ausgewirkt, hält Rehsche fest. Im Anzeigenmarkt habe eine Wirkung dagegen nicht ausbleiben können, weil Auto & Wirtschaft Discountpreise anbiete. «Bei einer solchen – letztlich schädlichen – Preispolitik machen wir aber nicht mit», betont Rehsche. Er setzt stattdessen auf die inhaltlichen Qualitäten von auto & technik. Neben dem Relaunch sollen dafür auch zwei neue, kompetente Journalisten sorgen, die im Bereich Technik den abgegangenen Spezialisten Harry Pfister ersetzen.
> auto & technik ist eine Publikation von Springer Science + Business Media, die auch die Werbewoche herausgibt.
Redesign: auto & technik ab 2005 im neuen Look.
Stefano Monachesi

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