Troppo credito alla TV

Werbeumsatz Höhere Brutto-Werbeumsätze im ersten Semester 2004 machen Freude. Media Focus weniger.

Werbeumsatz Höhere Brutto-Werbeumsätze im ersten Semester 2004 machen Freude. Media Focus weniger.Auf diesen Moment haben die Medien lange gewartet: Erstmals seit drei Jahren investieren die Werbeauftraggeber in einem 1. Halbjahr wieder mehr in die klassische Werbung. Die Bruttoumsätze stiegen zwar noch ausgesprochen schüchtern um 0,9 Prozent oder 17,041 Millionen Franken.Die Freude beschränkt sich vorab auf zwei Mediengattungen: das Fernsehen und die Zeitschriften. Relativiert werden muss allerdings das glänzende Resultat des Fernsehens, das seine Bruttoumsätze um satte 14,7 Prozent auf über 390 Millionen Franken ausbaute. Angesichts der in Krisenzeiten verschärften Diskrepanz zwischen brutto und netto, insbesondere bei den Werbefenstern, sind diese Werte klar zu hoch gegriffen. Entsprechend ist auch das starke Wachstum des TV-Marktanteils von 18,6 auf 21,1 Prozent mit Vorbehalten zu geniessen.
Zum Vollwert muss hingegen der Verlust der Tagespresse genommen werden, deren Bruttoumsätze sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 um 2,8 Prozent reduzierten. Die Zeitungen erlitten damit einen beschleunigten Marktanteilsverlust von 40,1 auf 38,6 Prozent.
Verlust an Information
Keinerlei Transparenz vermitteln die Semesterzahlen von Media Focus für die Medien Plakat, Radio, Kino, Teletext und Internet. Deren Werte erscheinen nicht mehr einzeln, sondern nur noch zusammengefasst. Das heisst, es wird verunmöglicht, die Entwicklung der fünf genannten Werbeträger nachzuvollziehen.
Der Grund für den höchst unbefriedigenden Informationsverlust liegt im hinlänglich bekannten Problem mit der Plakatwerbung: Weil Aushang und Fakturierung in vielen Fällen zeitlich auseinander klaffen, darf Media Focus diese Daten nicht mehr einzeln publizieren.
Schwer nachvollziehbar ist die Tatsache, dass für das seit Jahren
drängende Problem immer noch keine Lösung gefunden werden konnte. «Das ist unbefriedigend, aber leider auch in der näheren Zukunft kaum zu ändern», bedauert Lukas Zihlmann, Geschäftsleiter von Media Focus.
Fernsehen sahnt abEntwicklung der Bruttowerbeeinnahmen der Schweizer Medien im 1. Semester 2004 (in 1000 Franken)
Medium Jahr Januar–Juni Marktanteil
2003 735494 40.1%
Tagespresse 2004 714974 38.6%
+/– –2.8%
2003 437565 23.8%
Zeitschriften 2004 440199 23.8%
+/– 0.6%
2003 340607 18.6%
Fernsehen 2004 390750 21.1%
+/– 14.7%
2003 321214 17.5%
Andere Medien* 2004 305997 16.5%
+/– –4.7%
2003 1834880
gesamt 2004 1851921
+/– 0.9%
* Plakatwerbung, Radio, Kino, Teletext, Internet Quelle: Media Focus
Migros macht FreudeDie grössten Werbeauftraggeber der Schweiz im
1. Semester 2004 (in 1000 Franken)
Firma Januar–Juni
2004 2003 +/–
1 Migros (Det.handel) 122156 108803 12.3%
2 Coop (Det.handel) 112513 118316 –4.9%
3 Amag 32118 30762 4.4%
4 Unilever 23270 22897 1.6%
5 Nestlé 23053 21215 8.7%
6 L’Oréal 20161 21217 –5.0%
7 Swisscom 19476 22690 –14.2%
8 Procter+Gamble 19381 15683 23.6%
9 Renault Nissan 15766 15396 2.4%
10 Masterfoods 15670 16933 –7.5%
Fonte: Media Focus
Daniel Schifferle

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