Non è ancora del tutto chiaro il quadro

Ambient Media Noch bringen die Screens die erhofften Umsätze nicht. Die Vermarkter machen auf Zuversicht.

Ambient Media Noch bringen die Screens die erhofften Umsätze nicht. Die Vermarkter machen auf Zuversicht.Als die Post vor knapp einem Jahr ihr CanalPoste-Netz in der Deutsch- und Westschweiz mit 320 neuen Bildschirmen, Stelen und Dispensern ausstattete, rechnete Projektleiter Andreas Etter, dass sich der Umsatz von 1,4 Millionen Franken im 2002 auf 4 Millionen Franken im 2004 steigern liesse. «Wir waren zu optimistisch», gesteht er heute. Unter Budget waren vor allem die Umsätze durch lokale Kunden. Diese blieben dem neuen Medium fern, obwohl die einzeln buchbaren Bildschirme sie speziell hätten anlocken sollen. Wegen der Minderumsätze wurde die geplante Tessinexpansion von CanalPoste verschoben. Etter: «Wir müssen zuerst Geld verdienen. Die Investition im Tessin wird voraussichtlich 2005 erfolgen.»Auch bei Goldbach Media entsprach der Umsatz des jungen Outdoormediums «nicht ganz den Erwartungen», wie Fredy Grau, Leiter Business Development, erklärt. «Es braucht mehr Zeit, um das Vertrauen zum neuen Medium aufzubauen», sagt er. Doch er stellt fest: «Wer es einmal ausprobiert hat, greift wieder darauf zurück.» Das Marktpotenzial schätzt er jedenfalls weiter auf jährlich 40 bis 50 Millionen Franken.
Die Einführung der Screens hat sich auch Roger Baur, Leiter der zur Cinecom gehörenden Firma Plasmedia, «einfacher vorgestellt». «Die Fights sind hart, und oft geht es über den Preis», sagt er mit Blick auf die Konkurrenz. Dennoch zeigt er sich zufrieden. Vor allem die Screens in den Coop-Prontoshops laufen sehr gut, und 2005 rechnet er mit steigenden Einnahmen.
Unterschiedlich ist die Bilanz der Affichage-Tochter E-Advertising. Sie vermarktet einerseits die Big Screens der APG, andererseits interaktive Terminals der Zumiker Firma Terminal Company (TC). «Die Big Screens laufen sehr gut, wir verzeichnen mehr Kunden und einen Umsatzzuwachs im zweistelligen Prozentbereich», sagt Ueli Ritschard, Geschäftsführer von E-Advertising. Anders sieht es bei den Terminals aus. Der Grund: TC wollte bis 2005 1000 Terminals aufstellen, weist aber erst 132 Standorte aus, unter anderem in Poststellen, City-Disc-Shops, Jugendherbergen oder Mövenpick-Restaurants (www.terminalcompany.com). «Die Standorte sind zu heterogen beziehungsweise die Netze für nationale Kunden noch zu klein. Darum haben wir kaum aktiv verkauft», sagt Ritschard.
TC selbst begründet die Verzögerung mit den notwendigen ADSL-Leitungen, die nicht innert nützlicher Frist zur Verfügung stünden. Mag sein. Doch die Stagnation weist wohl auch auf das Hauptproblem der Screens hin: die hohen Investitionen für Hard- und Software. Der Krebsgang der Branche hat verschiedene Investoren vorsichtiger werden lassen.
Vorsichtig wurde auch Jürg Knecht, dessen Plakatfirma Citylights acht 50-Zoll-Screens in Zürich betreibt. Ende Jahr sollen es zwölf sein. «Ich wollte auch einmal mehr», sagt er. Doch längst setzt er nicht mehr auf grosse Netze, sondern auf wenige, aber stark frequentierte Standorte. Zudem zeigt Citylights keine Spots, sondern nur Standbilder – elektronische Plakate also. In der Branche hört man, Citylights sei der Einzige, der mit Screens schon Geld verdiene. «Die Screens machen heute 10 Prozent meines Gesamtumsatzes aus, nächstes Jahr dürften es 15 sein. Damit sind die Investitionskosten gedeckt», sagt Knecht.
Trotz der eher schwachen Umsätze und einiger Ausbauprobleme herrscht im Screen-Bereich aber kein allgemeiner Stillstand: Insbesondere Goldbach Media gewann im letzten halben Jahr neue Screen-Netze hinzu. In Manor-Läden stehen mittlerweile 523 Bildschirme, an Tamoil-Tankstellen 370. Weitere vermarktet Goldbach beim Migros-Center Limmatplatz, in Ostschweizer M-Electronics-Filialen, in Damen- und Herrentoiletten gehobener Bars und auf drei Busnetzen (Chur, Schwyz, Zürcher Oberland). Auch Cinecom blieb nicht untätig, jedenfalls kündigt Baur für die nächste Zeit «zwei bis drei grössere Geschichten» an.
In einem hat die neuerdings zur PubliGroupe gehörende Cinecom die Nase vorn: Sie bietet die Screens als Einzige auch crossmedial an – zusammen mit Aufdrucken auf Popcorntüten sowie Spots auf der Leinwand und auf Sat 1. «Wir haben bereits einige Crossmedia-Kunden», freut sich Baur. Bei Goldbach dagegen werden Screens derzeit primär separat verkauft, und auch E-Advertising kennt keine Screen-Plakat-Packages.
Screen-Werbung beim Tanken und im Supermarkt: Noch werden die Möglichkeiten ausgelotet, noch hat das Medium den Durchbruch nicht geschafft.
Treten an Ort beim GattungsmarketingFormat, Sekundenpreis, TKP, Technik, Looplänge – die Screen-Szene ist so vielfältig wie eine Blumenwiese. Niemand bestreitet, dass Gattungsmarketing oder zumindest gemeinsames Forschen dringend notwendig wäre. Doch davon ist man weit entfernt. Wie die Werbewoche in Erfahrung brachte, laufen derzeit mindestens vier Studien, bei denen es um die Akzeptanz oder Wirkung von Screen-Werbung geht. Auch sind die letztjährigen Bemühungen zur Gründung eines Verbandes versandet.
Immerhin: An der Screen-up vom 7. September werden Cinecom und Goldbach erstmals auch ihre Screen-Angebote präsentieren. Andere Anbieter sind aber (noch) nicht dabei. (mk)
Markus Knöpfli

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