Das Lächeln abgelegt

Special Interest Das Internetmagazin Smile heiratet und heisst nun Anthrazit.

Special Interest Das Internetmagazin Smile heiratet und heisst nun Anthrazit. Eins haben Dotcoms und Printmedien gemeinsam: Beiden ist in den letzten Jahren das Lachen vergangen. Da scheint es nur logisch, dass sich das Magazin Smile im Februar in Anthrazit umbenannt hat. Steht eine dunkle, kalte, metallische Farbe einer Internetzeitschrift heute besser?Solch düstere Assoziationen lässt Matthias Zehnder nicht gelten. «Anthrazit ist die energiereichste Art der Kohle», interpretiert der Herausgeber und Chefredaktor. Und energiegeladen schreitet Anthrazit in die Zukunft: Mit dem Namenswechsel wurde nicht nur ein optischer Relaunch verbunden. Vielmehr soll das Magazin mit der Online-Community von Mitherausgeber Christian Schwengeler zu einem crossmedialen Produkt verschmelzen.
Viel Online-Service ist wichtig
Von dieser Community hat Smile auch den neuen Namen übernommen. Sie ist nicht bloss eine Website, sondern bietet ihren Mitgliedern eine Vielzahl von Services, beispielsweise als Datenarchiv, Fotogalerie, Messagingsystem etc. Noch befindet sich Anthrazit online in einer Pilotphase. Die Mitgliedschaft ist vorläufig gratis. Später werden fünf Franken pro Monat erhoben. Wer neue Mitglieder wirbt, erhält auf der Plattform Punkte gutgeschrieben. Wie viele zahlende Mitglieder sie einmal haben wird, möchte Zehnder nicht schätzen – skalierbar ist das System auf über eine Million User. Die Smile-Abonnenten wurden in Anthrazit-Mitglieder umgewandelt (und umgekehrt).
Für Matthias Zehnder ist die Kooperation mit der Onlineplattform eine Notwendigkeit. «Ein Magazin ohne gute Services im Web ist eine verpasste Chance», meint er. Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass für die Surfer im Netz vor allem Services zählten. Einfach Printinhalte online abzufüllen, bringe nichts.
An den Inhalten von Smile/Anthrazit hat sich durch den Relaunch wenig geändert. Zehnder fährt den Kurs, den er im vergangenen Herbst nach einem Management Buyout gesteckt hat, weiter: Orientierungshilfe im digitalen Leben. «Wir sind die Betty Bossi der neuen Technologien», scherzt Zehnder. Anthrazit-Leser sollen viele wertvolle Tipps erhalten, wie sie mit diesen Technologien ihre Performance verbessern können – beruflich oder privat. Dieses Bedürfnis macht Zehnder nicht nur bei den Lesern aus. Die Industrie sei darauf angewiesen, dass jemand den Konsumenten den ganz konkreten Nutzen neuer Produkte aufzeige. Mit der blossen Präsentation technischer Aspekte würden viele Käufer nicht mehr erreicht. Auch dieser Bildungsanspruch spiegelt sich im neuen Namen, denn «Anthrazit», so Matthias Zehnder, «ist die Wandtafel des Internets.»
Das Internetmagazin Smile heisst neu Anthrazit.
Stefano Monachesi

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