Ci sono ancora desideri

TV-Werbung Mit dem Service der Vermarkter sind die Werbeauftraggeber zufrieden. Nicht aber mit den Politikern.

TV-Werbung Mit dem Service der Vermarkter sind die Werbeauftraggeber zufrieden. Nicht aber mit den Politikern.«Das Medium Fernsehen hat sich punkto Dienstleistungen für die Werbekunden gebessert», sagt SWA-Direktor Jürg Siegrist. Dem stimmt Gabriela Böcker-Flamm von Mediacom zu: «Beim TV hat sich manches zum Positiven hin bewegt.» Auch Ueli Custer, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft elektronische Medien (Igem), stellt eine «relativ grosse Zufriedenheit» zwischen TV-Anbietern und Mediaagenturen fest.Wie gut das Einvernehmen ist, zeigt die neuste Version des jährlich publizierten SWA-Forderungskataloges: Die Wunschliste an das Medium Fernsehen ist kürzer geworden. Und die Forderungen richten sich primär an die Politiker, kaum an die TV-Anbieter. Mit einer Ausnahme: Der SWA wünscht sich bei den SRG-TVs das Sponsoring und die Werbung aus einer Hand – aus jener der TV-Vermarkterin Publisuisse. Heute wird das TV-Sponsoring von den SRG-Sendern selber betreut. Doch niemand zweifelt daran, dass der SWA-Wunsch bald erfüllt wird – durch die ehemalige Publisuisse-Direktorin Ingrid Deltenre, die nun an der Spitze von SF DRS steht.
Nähe zum Programm gewünscht
Mit einem Wunsch an die Privaten doppelt auch Böcker-Flamm nach: Diese sollten ihren Spielraum für Sonderwerbeformen wie Product Placement, «die näher beim Programm sind», kreativer nutzen, meint sie.
Einen Forderungsbrocken hat der SWA aus seiner Liste gestrichen: Von den Privat-TVs und Werbefenstern hatte er noch vor einem Jahr eine Leistungsgarantie ähnlich der der Publisuisse erwartet. Grund: «Die Abweichungen zwischen Prognose und Realität sind bei einzelnen Anbietern deutlich zu hoch.» Darunter leide das Preis-Leistungs-Verhältnis. Heute winkt Siegrist ab: «Das hat nicht mehr höchste Priorität. Die Privaten sind besser geworden und bieten auch Garantien.» Zwar seien die Prognosen nicht zuverlässiger, jedoch die Kompensationen (Freespace) grosszügiger geworden, sagt er.
Grösstes Sorgenkind des SWA bleibt die Politik – mit Forderungen an das in Revision begriffene RTVG. Siegrist fordert eine Neudefinition des Service public – also ein Gebührensplitting. Er möchte liberalere Regelungen für Werbung für Bier und Wein. «Es ist widersinnig, dass das zum dänischen Carlsberg-Konzern gehörende Feldschlösschen-Bier auf Schweizer TV-Sendern nicht werben darf, während die Biermarke Carlsberg über deutsche Sender einstrahlen kann.» Aber auch Sonderwerbeformen wie etwa virtuelle Werbung oder Split Screens sollen zugelassen werden.
Eine weitere SWA-Kritik richtet sich an die Westschweiz, wo sich «private Kabelnetzbetreiber, unterstützt durch die SRG, erfolgreich gegen die Aufschaltung von M6 und andere Werbefenster wehren». Siegrist: «In der Westschweiz braucht es zusätzliche Werbemöglichkeiten. In Spitzenzeiten wie jetzt vor dem Autosalon ist der Werbeplatz von TSR in der Primetime zu knapp.»
Gemäss dem SWA-Direktor steht auch bei der Radio- und TV-Forschung einiges an: Sie sei aus der SRG herauszulösen und einer Stiftung zu übertragen, wie dies im Rahmen der RTVG-Revision vorgeschlagen ist. In der besagten Stiftung wünscht sich der SWA ein Mitspracherecht. Bei all diesen Forderungen erwartet Siegrist bald Fortschritte.
Ganz andere Sorgen macht sich die Igem: Sie hat die möglichen Auswirkungen des Timeshift-TV (zeitversetztes Fernsehen) im Auge – über bereits erhältliche Geräte oder über den von der Swisscom geplanten TV-Programmbezug über ADSL. Dazu Ueli Custer: «In Zusammenarbeit mit Publica Data und dem SRG-Forschungsdienst haben wir eine Studie in Auftrag gegeben, die ab sofort jährlich die Verbreitung dieser neuen Kommunikationstechnologien untersuchen wird.»
Markus Knöpfli

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