Improvvisamente questa panoramica

Mitgliederpresse Ab Neujahr präsentiert sich die Coop-Presse in einem neuen Layout und sorgt zudem für mehr Übersicht bei den Aktionsinseraten und für Lesespass.

Mitgliederpresse Ab Neujahr präsentiert sich die Coop-Presse in einem neuen Layout und sorgt zudem für mehr Übersicht bei den Aktionsinseraten und für Lesespass.
53 Prozent aller Deutschschweizer Coop-Kunden konsultieren die Coop-Zeitung (CoopZ) vor ihrem Einkauf. Im Tessin sind es sogar 68 Prozent. Tendenz steigend. Hauptgrund sind die darin publizierten (Wochen-)Aktionen. Damit bringt das Blatt mehr Kunden in die Coop-Läden als Coop-Werbung auf Plakaten, im TV, im Internet und in andern Zeitungen.Kein Wunder also, dass die zweitgrösste Schweizer Detailhandelskette ihr wichtigstes Marketing- und Werbeinstrument pfleglich behandelt. Alle drei bis fünf Jahre steht ein Relaunch an. «Wir wollen die Zeitung jeweils dem Zeitgeist anpassen, nie aber die Leser vor den Kopf stossen», sagt Karl Vögeli, Leiter Coop-Presse.
Weniger statische Titelbilder
Diesem Grundsatz trägt das aktuelle Facelifting Rechnung. Die CoopZ beziehungsweise ihr welsches Pendant Coopération und das italienischsprachige Cooperazione kommen in der ersten Januarwoche in einem abgeänderten Kleid, jedoch nicht völlig neu ausstaffiert daher. Auf der Titelseite entfällt der weisse Schriftzug «zeitung» unter dem Coop-Logo, stattdessen steht das Wort «Coopzeitung» neu in der rechten oberen Ecke. Das Frontbildkonzept sieht weiterhin Porträts vor, diese sollen aber Menschen in Aktion zeigen und weniger statisch wirken. Und auch die Titelschrift wird feiner und dynamischer.
Erstmals kann die CoopZ durchgehend vierfarbig produziert werden. Diese neue Möglichkeit nutzte der Zeitungsdesigner Clemens Barmettler, der seit bald 20 Jahren für das Layout der Coop-Presse besorgt ist, nicht etwa für grafischen Schnickschnack, sondern für eine grosszügigere Bildsprache. So setzt die überarbeitete CoopZ mit einer sechsseitigen Reportage einen starken, dank grossformatigen Fotos auch ansprechenden Auftakt: Die erste Doppelseite gehört ganz dem Bild, auf der zweiten Doppelseite erhält der Text auf bloss einer Spalte etwas Raum, um dann die übrigen zwei Seiten mehr und mehr einzunehmen. Eine weitere zwei- bis dreiseitige Reportage, ein Interview zu einem aktuellen Thema sowie ein doppelseitiges Promi-Interview am Blattende stellen das redaktionelle Grundgerüst der Zeitung dar, die jeweils einen Durchschnittsumfang von 100 Seiten aufweist.
Ganz neue Wege beschreitet das Blatt bei der Kommunikation über Coop selbst: Die Regionalseiten, News aus dem Unternehmen, Produkteneuheiten, Rückrufe und das Betty-Bossi-Rezept sind in einem 24-seitigen Mittelteil enthalten – ein Heft in der Zeitung zum Herausnehmen und Sammeln. Auf fünf Doppelseiten bündelt es auch die Coop-Wochenaktionen: Jedes vergünstigte Produkt ist hier einzeln abgebildet und nach Rubriken geordnet. Das soll den Kunden das Auffinden der Vergünstigungen erleichtern, mussten diese doch bisher in der ganzen Zeitung zusammengesucht werden. Sämtliche Coop-eigenen Aktionsinserate sind zudem neu paginiert und auch im übersichtlicher gestalteten Inhaltsverzeichnis aufgeführt.
Neu führt die CoopZ auch eine Form von Publireportage über Lieferanten ein. Dass die SonntagsZeitung neulich von «Gratis-PR-Strecken für gute Lieferanten» schrieb, ärgert Vögeli. «Wir drucken keine Texte unserer Lieferanten, sämtliche Texte sind von der Redaktion verfasst», sagt er. Richtig sei, dass für die dreiseitige Reportage jeweils die Marketingabteilung das Thema vorschlage. Beispielsweise Unterwäsche. Die Redaktion sucht einen Aufhänger – sie porträtiert das aktuelle Modell des Lieferanten, sie schreibt eine Fabrikreportage oder dokumentiert, wie Grundmaterialien gewonnen werden, flankiert von Tipps, Trends und der entsprechenden Produktepalette von Coop.
Studio Achermann relauncht BrückenbauerAuch die Mitgliederzeitung des Migros-Genossenschafts-Bundes plant auf Frühjahr einen Relaunch, mehr noch: Sie bricht Brücken zur Tradition ab und nennt sich danach Migros-Magazin. Zuständig für die Umgestaltung wird das Studio Achermann sein. Die Zürcher Werbeagentur hat den
Auftrag in einem Pitch gewonnen. In der Westschweiz wird das Blatt
Magazine Migros heissen, die Tessiner bleiben bei Azione und bei ihrem etwas grösseren Format gegenüber dem jetzigen Brückenbauer. Konzeptionell reiht sich der Relaunch in eine neue Kommunikationsstrategie ein, für die auch der seit 1. Dezember als Leiter Migros-Presse wirkende Marius Hagger zuständig sein wird. Er
verstehe sowohl etwas von Journalismus als auch von Geschäftsführung, Internetstrategien und Kommunikation, lobt Monica Glisenti, Leiterin Unternehmenskommunikation der Migros. «Genau das benötigen wir, denn künftig wollen wir für Brückenbauer, Saisonküche und Internet eine übergreifende Kommunikation.» (mk)
Coop zahlt für eigene InserateDie Coop-Presse arbeitet mit einem jährlichen Budget von 120 Millionen Franken. Dieses setzt sich zu 66 Prozent aus Inserateeinnahmen und zu einem Drittel aus Aboerträgen zusammen. Aboerträge? Karl Vögeli nickt: «Ich stelle der Genossenschaft Coop für jeden Abonnenten
Rechnung, auch wenn er die Zeitung gratis erhält. Ich meine, der Firma muss das Blatt etwas wert sein.» Auch die Inserate verkauft Vögeli dem Unternehmen Coop zu den üblichen Bedingungen. Diese ändern ab 2004: Neu bildet der Vierfarbentarif die Grundlage, Schwarzweissanzeigen erhalten eine Reduktion.
Eine ganze Farbseite der deutschsprachigen Ausgabe kostet ab Anfang Jahr brutto 34160 Franken (plus vier Prozent). Coop-eigene Inserate, Anzeigen von Lieferanten und reine Fremdinserate trügen je etwa ein Drittel zum
Volumen bei, sagt Vögeli. Wobei die Fremdinserate dieses Jahr um etwa 13 Prozent zurückgegangen seien. (mk)
Mehr und grössere Fotos will die Coop-Presse ab 2004 zeigen.
Markus Knöpfli

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