Pandemie war vor allem für junge Erwachsene belastend

Der Ausnahmezustand während der Corona-Pandemie hat vielen in der Schweiz zu schaffen gemacht. Vor allem litten die 20- bis 29-jährigen. Dies zeigt eine neue Umfrage von Marketagent.com Schweiz.

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Welchen Einfluss hat bzw. hatte die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Massnahmen auf unser persönliches Befinden? Und vor allem für wen? Das wollte Marketagent.com Schweiz in einer aktuellen, repräsentativen Umfrage wissen. Sie wurde vom 7. bis 16. Juli 2022 in der Deutsch- und Westschweiz durchgeführt. Dabei wurden 1’036 Personen im Alter von 14 bis 74 Jahren befragt.

Die Resultate bestätigen, dass die Corona-Massnahmen mit ihren zum Teil tiefgreifenden Veränderungen im Alltag für viele eine Herausforderung waren. Das gilt vor allem für eine Altersgruppe, die bislang in der öffentlichen Diskussion oft unter dem Radar geblieben ist: die jungen Erwachsenen.

Die 20- bis 29-Jährigen kämpfen an mehreren Fronten

So sagt über die Hälfte (52 Prozent) der 20- bis 29-Jährigen, dass für sie die Pandemie psychisch belastend gewesen sei. Das sind 14 bis 24 Prozentpunkte mehr als bei allen anderen Altersklassen.

«Über die Gründe kann man nur mutmassen», sagt Cornelia Eck, Geschäftsführerin Marketagent.com Schweiz, und führt aus: «Viele stehen in diesem Alter vor einem neuen Lebensabschnitt, beginnen ihr Studium, positionieren sich im Beruf. Das ist ein denkbar schlechter Zeitpunkt, auf zwischenmenschliche Kontakte und den Austausch mit Kommilitonen und Gleichaltrigen verzichten zu müssen».

Kommt hinzu, dass in dieser Altersgruppe Partnerschaften und Beziehungen in der Regel ebenfalls erst aufgebaut und gefestigt werden, was angesichts der Isolierung und eingeschränkten Möglichkeiten schwieriger umzusetzen ist. So zumindest lassen sich die Resultate interpretieren: So sagt ein Fünftel der jungen Erwachsenen (21 Prozent), dass die Pandemie ihre Beziehung negativ beeinflusst habe.  Dieser Anteil ist signifikant höher als bei den 50- bis 74-Jährigen (9 Prozent) und in der Tendenz auch höher als bei den 30- bis 49-Jährigen (16 Prozent) und den unter 20-Jährigen (17 Prozent).

Teenager: Zurückgeworfen auf die Familie

Was den Kreis der Familie betrifft, zeigt sich ein etwas anderes Bild. Hier sind es vor allem die unter 20-Jährigen, die Mühe bekunden. Das überrascht nicht allzu sehr, ist dies doch das Alter, in dem die Jugendlichen neue, soziale Kontakte suchen und sich vom Elternhaus abgrenzen. Stattdessen sahen sie sich in der Pandemie auf die Familie zurückgeworfen. 38 Prozent von ihnen geben an, dass Corona das Zusammenleben in der Familie negativ beeinflusst habe.

Für die Vertreter jener Altergruppen, die am ehesten Teenager zu Hause haben dürften, verhält sich dies hingegen nicht so. Hier ist der Anteil deutlich geringer (30- bis 49-Jährige: 17 Prozent; 50- bis 74-Jährige:15 Prozent).

Kaum Einfluss auf körperliches Wohlbefinden

Für eine Mehrheit von 53 Prozent  beeinträchtigte laut eigener Einschätzung die Pandemie das physische Wohlbefinden nicht. Das gilt vor allem für die 30- bis 49-Jährigen sowie für die 50- bis 74-Jährigen (52 Prozent bzw. 61 Prozent). Schaut man aber, wer sich körperlich negativ beeinflusst sah, fällt erneut der vergleichsweise hohe Anteil bei den jungen Erwachsenen auf. Ein Drittel der 20- bis 29-Jährigen (34 Prozent) sagt, dass Corona ihr körperliches Wohlbefinden negativ beeinflusst habe, während dies beispielsweise «nur» ein Viertel (25 Prozent) der 30- bis 49-Jährigen sagt.

Was die berufliche Situation betrifft, so sieht eine Mehrheit von 55 Prozent keinen Einfluss. Für einen Fünftel der Befragten (21 Prozent) hat sich die berufliche Situation sogar positiv ausgewirkt. Hier wird die Flexibilisierung der Arbeitsmodelle von vielen begrüsst worden sein.

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