Zehn Erkenntnisse aus den neusten Reichweitenzahlen

1. Leserzahlen und Werbeumsätze verhalten sich unterschiedlichWährend die Inserateeinnahmen der Schweizer Pressemedien in den letzten Monaten zurückgegangen sind, zeigen die neusten WEMF-Leserschaftszahlen der MACH Basic 2017-2 ein stabiles Bild. Denn die Anzahl Leserinnen und Leser von Zeitungen und Zeitschriften blieb in den letzten zwölf Monaten über alle Titelgruppen hinweg auf hohem Niveau konstant. Rund 93 […]

1. Leserzahlen und Werbeumsätze verhalten sich unterschiedlichWährend die Inserateeinnahmen der Schweizer Pressemedien in den letzten Monaten zurückgegangen sind, zeigen die neusten WEMF-Leserschaftszahlen der MACH Basic 2017-2 ein stabiles Bild. Denn die Anzahl Leserinnen und Leser von Zeitungen und Zeitschriften blieb in den letzten zwölf Monaten über alle Titelgruppen hinweg auf hohem Niveau konstant. Rund 93 Prozent der Schweizer Bevölkerung lesen regelmässig eine gedruckte Ausgabe einer printbasierten Medienmarke. Das sind ähnlich viele wie im Vorjahr.2. Verhältnis Print- und ­Onlineangebot ist eingespieltDer Anteil Onlinenutzer printbasierter Medienmarken blieb im letzten Jahr stabil. Über alle in der Total Audience 2017-2 ausgewiesenen Medienmarken hinweg hat sich ein Verhältnis von zwei Dritteln Printleserschaft zu einem Drittel Onlinenutzer eingependelt. Die Onlinezugriffe via Desktip sind leicht rückläufig, während die mobile Nutzung zunimmt. Die Wanderung von der Print- zur Onlinenutzung innerhalb einer Medienmarke erfolgt nicht mehr so schnell wie in früheren Jahren, ist aber immer noch feststellbar.3. Zeitungen sind weniger ­gefragtViele Zeitungen müssen weiterhin Reichweitenverluste hinnehmen. Die einzige Zeitung, die signifikant an Leser hinzugewinnen konnte, ist das Tagblatt der Stadt Zürich. Die reichweitenstärkste Zeitung bleibt das Gratisblatt 20 Minuten mit 1,356 Millionen Lesern und einem Marktanteil in der Deutschschweiz von 28,5 Prozent. Allerdings zeigt die Total Audience, dass die Zeitungen die Reichweitenverluste im Print durch ihre Onlineangebote zumindest teilweise wieder gut machen können.4. Blick verliert weiterhin ­viele LeserSowohl der Blick als auch die Gratiszeitung Blick am Abend haben signifikant an Reichweite verloren. Der Blick erreicht neu nur noch 464 000 Leser, das sind 62 000 weniger als im Vorjahr. Der Blick am Abend verzeichnet einen Verlust von 56 000 Leser und weist eine Reichweite von 567 000 Lesern auf. Rechnet man die Online-Auftritte von Blick allerdings hinzu, weist die Medienmarke trotzdem noch eine sehr starke Reichweite auf: Die Netto-Reichweite der Blick-Pressetitel Print und Online beträgt 1,863 Millionen Leser – nur 20 Minuten liegt noch vor der Boulevardmarke.5. Der Tagi kämpft mit ­LeserschwundAuch der Tages-Anzeiger muss signifikante Einbussen in der Leserschaft hinnehmen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Tageszeitung von Tamedia einen Verlust von 43 000 Lesern und erreicht neu nur noch 417 000 Leser, was einem Marktanteil von 8,8 Prozent entspricht. Die NZZ hingegen konnte ihre Leserschaft weitgehend halten und erreicht neu 247 000 Personen – das bedeutet ein Marktanteil von 5,2 Prozent.6. Sonntagszeitungen: Marktführer verliert, Schweiz am Sonntag holt aufDie Tatsache, dass die Ostschweiz am Sonntag in Zukunft nur noch digital erscheint, zeigt, wie schwierig es diese Zeitungsgattung auf dem Schweizer Markt derzeit hat. Die Sonntagszeitung verzeichnet einen signifikanten Reichweitenverlust von 43 000 Lesern im Vergleich zum letzten Jahr. Damit bleibt das Tamedia-Blatt mit 581 000 Lesern immer noch die reichweitenstärkste Sonntagszeitung, aber der Sonntagsblick konnte den Abstand verringern. Zwar musst auch die Ringier-Publikation einen Leserschwund von 23 000 Menschen hinnehmen, leigt aber mit 563 000 Lesern nur noch knapp hinter der Sonntagszeitung. Die NZZ am Sonntag konnte leicht an Reichweite zulegen und kommt neu auf 405 000 Leser. Noch besser lief es der Schweiz am Sonntag: Die Publikation kommt neu auf 343 000 Leser, was ein Plus von 12 000 Leser bedeutet.7. Der Höhenflug der Schweizer Landliebe ist gestopptJahr für Jahr zeigten die Zahlen der MACH-Basic das gleiche Bild. Während die meisten Zeitschriften mit Lesereinbussen kämpften, konnte die Schweizer Landliebe stetig an Leser hinzugewinnen. Nun scheint der Höhenflug des Ringier-Magazins vorerst gestoppt. Zum ersten Mal musste die Landliebe einen minimalen Leserrückgang von 5 000 Personen im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Mit 647 000 Lesern ist die Reichweite allerdings immer noch beachtlich.8. Lesereinbruch bei der WOZIn den letzten beiden Jahren könnte die Wochenzeitung WOZ stetig an Leser hinzugewinnen. Doch nun muss dass am linken Spektrum positionierte Blatt einen deutlichen Rückschlag verkraften. Im Vergleich zum Vorjahr gingen gleich 30 000 Leser verloren. Statt 107 000 Leser erreicht die WOZ neu nur noch 77 000 – das bedeutet einen Verlust von knapp 30 Prozent der Leser. Wie es scheint, haben die in den letzten Jahren eingeleiteten Massnahmen zur Lesergewinnung, zum Beispiel im Rahmen der Druchsetzungsinitiative der SVP, bereits wieder ihre Wirkung verloren.9. Weltwoche verliert ­weiterhin an ReichweiteAuf der anderen Seite des politischen Spektrums kämpft auf die Weltwoche weiterhin mit Reichweitenverlusten. Im Vergleich zum Vorjahr verlor die Wochenzeitung von Chefredaktor und Verleger Roger Köppel 35 000 Leser und erreicht neu nur noch 190 000 Personen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2016, wo die Weltwoche noch knapp 250 000 Leser aufwies, bedeutet dies ein Verlust von knapp 25 Prozent der Leser.10. Regenbogenpresse unter DruckFrüher ein sicherer Wert, verliert die Schweizer Regenbogenpresse immer mehr an Bedeutung. Die Glückspost aus dem Ringier Axel Springer-Verlag musste beispielsweise deutliche Reichweitenverluste hinnehmen und erreicht nur noch 316 000 Leser – das sind 56 000 weniger als noch vor einem Jahr. Die Schweizer Illustrierte erreicht mittlerweile nur noch 611 000 Leser und damit 21 000 weniger als vor einem Jahr. Schliesslich verzeichnete auch die Schweizer Familie einen signifikanten Reichweitenverlust. Statt 646 000 Leser kommt die Familienzeitschrift von Tamedia nur noch auf 594 000 Leser, das bedeutet eine Einbusse von 52 000 Lesern.Lesen Sie mehr über die Medienreichweiten und die signifkanten Gewinner in der kommenden MK-Ausgabe 10/2017. Jetzt abonnieren!
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