WINA avvicina le agenzie indipendenti sulla scena internazionale

Die World Independent Advertising Awards gehören zu den wenigen Awards, die sich ausschliesslich an unabhängige Agenturen wenden. Die Werbewoche hat näher hingeschaut.

wina2017

Obwohl der Award 2017 erst zum zweiten Mal verliehen wurde, geniesst er in Südamerika bereits eine hohe Popularität. Grund ist, dass die WINA von Mauricio Rodríguez aus der Taufe gehoben wurde. Der Kolumbianer und Creative Director der Agentur Watt gründete bereits das ibero-amerikanische Kreativfestival FICE, weil er mit den bestehenden Kreativfestivals unzufrieden war1.

«Die WINA sind bis jetzt noch einer der wenigen Independent Awards und hat die Chance, einen festen Platz im Kalender unabhängiger Agenturen zu ergattern», sagt Neo-Jurymitglied bei den WINA und CEO von Maxomedia Bernhard Herzig. Geht es nach Herzig, liegt es an den konvergierenden Disziplinen bei thematischen Awards: «Heute kommt keine gute Kampagne mehr ohne Crossmedia- oder Digitalmarketing aus. Neue Awards wie der WINA orientieren sich daher vermehrt an den Einreichern und nicht mehr vorwiegend an der Art der Kampagnen. Wohin der Weg des WINA führt, hängt auch ganz davon ab, wie sich die gesamte Awardlandschaft entwickelt.» Herzig war dieses Jahr als Jurymitglied in der Kategorie «Innovation» dabei.

Auch die Jury-Mitglieder sind unabhängig

Unabhängige Agenturen sind nicht zwingend klein. So war aus Deutschland beispielsweise die Agentur Achtung! (rund 140 Mitarbeitende) am Start. Insbesondere in den USA und in Südamerika gibt es sehr grosse Agenturen, die eigenständig geblieben sind. Grösster Teilnehmer war BRM Grandes Interacciones aus Kolumbien. Das Unternehmen verfügt über 3’200 Mitarbeitende und ist unabhängig. «Umso mehr freut es uns, dass wir im Gesamtranking einige der ganz Grossen wie BRM hinter uns gelassen haben. Für uns als unabhängige Fullservice-Agentur sind die WINA ein spannender Wettbewerb. Wir können uns mit gleich aufgestellten Agenturen messen. Niemand verfügt aufgrund seines Netzwerkes über mehr Goodwill als andere. Auch die Jurymitglieder stammen aus unabhängigen Agenturen und sind daher nicht verbandelt», so Herzig.

Als «sehr wohltuend», empfindet René Eugster, Gründer und Creative Director der auf responsestarkes Dialog- und B2B-Marketing spezialisierten Agentur am Flughafen, die Tatsache, «dass die Arbeiten von einer feinen, professionellen Jury beurteilt worden sind. Frei von offensichtlichen Partikulärinteressen, wie sie selbst bei den grössten Wettbewerben in der Welt stattfinden. Auch an der Preisverleihung in Barcelona war ein freundschaftliches Aufeinanderzugehen anstelle der oft üblichen Neiderei auszumachen.» Speziell ist, dass die Jurypräsidenten hingegen aus Netzwerkagenturen stammen. «Sie nehmen so eine Kontrollfunktion ein und schauen über den Tellerrand hinaus», führt Herzig aus.

Mehr Austausch nötig

Ziel der WINA ist auch, unabhängige Agenturen auf internationalem Parkett näher zueinander zu bringen. «Es wird Zeit, dass sich die unabhängigen Agenturen mit ihren manchmal sehr eigenständigen Ansätzen untereinander austauschen, ergänzen und zu grossartigen Lösungen antreiben. National sowie international. Projektbezogenes Co-Creating, wie wir das mit Maxomedia beim SBB Kundbindungsprogramm für den Swisspass, seit dem gemeinsam gewonnen Pitch zu tun pflegen.» «Die meisten von uns sind ja nicht aus Qualitätsgründen unabhängig, sondern vielmehr aufgrund ihrer unternehmerischen Grundhaltung.»

Für Simon Muster, Leiter Beratung und Partner bei Maxomedia, macht der internationale Ansatz den Reiz aus: «Die WINA sind ideale Plattform, um internationale Kampagnen zu vergleichen, ohne dass es unter den Jurymitgliedern zu Interessenkonflikten kommt. Die Spiesse sind für alle gleich lang. Daher freut es mich umso mehr, dass wir mit unserer Arbeit für Swissquote mit Spitzenfussballern der englischen Premier League Silber und Bronze plus zwei weitere Honorable Mentions holen konnten.» Insgesamt standen 90 Agenturen auf der Shortlist, Maxomedia hat es dank der Kampagne «Take The Lead in 180°+180°» im Gesamtranking auf Platz 27 geschafft.2 Für die Agentur am Flughafen gab es gleich auf Anhieb Bronze (Werbewoche.ch riportato). René Eugster doppelt nach: «Eine einzige Einreichung in nur einer Kategorie und gleich beim ersten Mal Metall gewonnen. Wir sind hochzufrieden.»

Hochstehende Eingaben

Die Qualität der Arbeiten war hoch. Zuoberst im Gesamtranking steht die spanische Agentur Peanuts&Monkeys, welche u.a. auch an den WINA mit ihrem 3D-gedruckten Todesstern anlässlich der Premiere des neuesten Star Wars-Film für Furore sorgte. Vorne mit dabei war dieses Jahr auch Element – eine mexikanische Agentur, welche anfangs Jahr sogar im deutschsprachigen Raum PR-Coverage verbuchen konnte.3 Die Agentur setzte für die Biermarke Corona ein politisch(-kommerzielles) Zeichen für ein vereintes Amerika, kurz nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump die Anordnung zum Mauerbau unterzeichnete. Viele Projekte für namhafte Marken wie Walt Disney (Peanuts&Monkeys) oder Nescafé (Archer Troy) waren dabei.

Die WINA wurden 2017 nebst in Santiago de Chile auch in Barcelona verliehen, da es in Europa viele unabhängige Agenturen gibt. Der Anlass war in Südamerika im Gegensatz zur Parallelveranstaltung in Europa ein Festival und erstreckte sich dort über zwei Tage. (Stefan Kern/hae)

Altri articoli sull'argomento