Les jeunes créent une campagne de communication pour Pro Juventute

Durch die aktuelle Coronakrise sind die meisten Jugendlichen zuhause, von ihrem Freundeskreis isoliert und mit zusätzlichen Unsicherheiten konfrontiert. Um das Angebot «147» weiter bekannt zu machen, haben neun Jugendliche eine Kommunikationskampagne für Pro Juventute realisiert.

Pro Juventute

In Notsituationen brauchen Kinder und Jugendliche Menschen, denen sie sich anvertrauen können. Manchmal auch ausserhalb der Familie. Jeden Tag suchen rund 400 Kinder und Jugendliche bei den über 70 professionellen Beraterinnern und Beratern von Beratung + Hilfe 147 nach Rat. Die aktuelle Situation ist für viele Jugendliche zusätzlich belastend. «Bei Beratung + Hilfe 147 melden sich im Moment viele junge Menschen, die sich vor der aktuellen und sich möglicherweise noch verstärkenden Isolation fürchten», erklärt Thomas Brunner, Leiter Beratung bei Pro Juventute.

Der Gedanke, sich nicht mehr frei bewegen zu können, soziale Kontakte nicht mehr pflegen zu können und dadurch viel stärker auf sich alleine gestellt zu sein, hat für viele junge Menschen etwas sehr Bedrohliches – sie sind zuhause, getrennt von ihrem Freundeskreis, abgekoppelt von der gewohnten Tagesstruktur und sind auf engerem Raum mit Eltern und Geschwistern, was neue Konflikte provozieren kann. Zudem kann niemand voraussehen, wie sich die Wirtschaft entwickeln wird – eine Unsicherheit, die vor allem Jugendliche, die vor dem Berufseinstieg stehen, sehr belasten kann. Auch in der aktuellen Situation ist Beratung + Hilfe 147 auf allen Kanälen rund um die Uhr erreichbar.

 

Sorgenbarometer 2019: Informationen zu Sexualität online am häufigsten nachgefragt 

Das Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen ändert sich laufend – zunehmend nutzen sie schriftliche Kanäle respektive suchen im ersten Schritt nach Antworten im Netz. Die Nutzung der professionellen Ratgeber-Inhalte auf der Website 147.ch wächst daher seit einigen Jahren kontinuierlich an. Zum ersten Mal erhob Pro Juventute daher ein «digitales Sorgenbarometer» der Themen, welche auf 147.ch online am häufigsten nachgefragt sind.

Die Zahlen für das Jahr 2019 zeigen: Verhütung (11,3%), Selbstbefriedigung (6,8%), Schwangerschaft (4,9%) oder das erste Mal (3,7%) – der Themenbereich «Sexualität» ist mit 43% aller Seitenaufrufe mit Abstand der grösste bei den online nachgefragten Themen. Bis vor zehn Jahren waren Fragen rund um die Sexualität auch die häufigsten in der telefonischen Beratung (23,5% in 2009), heute machen sie jedoch nur noch 8,4% der direkten Kontakte aus.

«Es zeigt sich, dass Fragen rund um Sexualität im Alltag der Jugendlichen unverändert eine wichtige Rolle spielen. Jugendliche suchen zu diesem Thema häufig im Internet nach Informationen, die mit digitalen Inhalten beantwortet werden können – vorausgesetzt sie sind qualitativ hochwertig. Deshalb haben wir von Pro Juventute in den letzten zwei Jahren die Plattform 147.ch mit Informationstexten und Antworten zu häufigen Fragen angereichert», erklärt Thomas Brunner.

 

Schwerwiegende persönliche Probleme bestimmen Beratungsalltag 

In der Beratung per Telefon, SMS, E-Mail oder Chat spitzt sich die Zunahme schwerwiegender persönlicher Probleme zu. Sie machten 2019 mit 35,6% bereits mehr als ein Drittel der Beratungen aus (gegenüber 10,9% in 2009). Dabei geht es vor allem um Suizidgedanken (9,3%), depressive Stimmung (4,6%), Krisen (3,8%), Angst (3,6%) oder psychische Erkrankungen (3,5%). Diese Themen nehmen zwar auch in der Online-Statistik zu und machen hier bereits 13% aus, doch «es zeigt sich, dass die Jugendlichen gerade bei schwerwiegenden persönlichen Problemen weiterhin ein direktes Gegenüber suchen, welches ihnen zuhört und auf ihr individuelles Problem eingehen kann», erklärt Thomas Brunner weiter.

 

Ausbau des Chats mit Gleichaltrigen 

Manchmal ist es einfacher, sich über die eigene Situation mit Gleichaltrigen auszutauschen. Daher hat Pro Juventute 2017 den «Chat mit Gleichaltrigen» lanciert. Ein bis zwei Mal pro Woche stehen Teams von Jugendlichen online zur Verfügung für einen persönlichen Chat. Die jugendlichen Beraterinnen und Berater werden dabei begleitet von Beratungsprofis der Beratung + Hilfe 147. Aufgrund des Erfolgs dieses Angebots wurde es 2019 weiter ausgebaut und steht nun in Deutsch, Französisch und Italienisch zur Verfügung.

2019 wurde diese Chatberatung von 2057 Jugendlichen in Anspruch genommen. Auch während der Coronakrise steht der «Chat mit Gleichaltrigen» Jugendlichen in der Deutschschweiz jeden Montag und Dienstag zwischen 19 und 22 Uhr sowie Jugendlichen in der Romandie und dem Tessin jeden Montag zwischen 19 und 22 Uhr offen.

 

Jugendliche gestalten Kampagne

Doch nicht nur in der Beratung bezieht Pro Juventute Jugendliche mit ein, auch die neue Kommunikationskampagne wurde von neun jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 22 Jahren umgesetzt. Sieben Fotografinnen und Fotografen und zwei Filmerinnen und Filmer aus verschiedenen Regionen der Schweiz entwickelten im Rahmen einer Pop-Up-Agentur die Bild- und Filmkonzepte zu sieben relevanten Themen aus dem Beratungsalltag von Beratung + Hilfe 147 (Werbewoche.ch a rapporté).

Gemeinsam mit befreundeten Models sowie begleitet von Rod Kommunikation setzten die Jugendliche ihre Plakate und Filme Mitte Februar in einer intensiven Arbeitswoche um. «Wir gaben den Künstlerinnen und Künstlern dabei weitgehend freie Hand und sind begeistert vom Ergebnis. Die Jugendlichen haben ihren eigenen Blickwinkel eingebracht und ihre Bilder und Filme berühren daher ganz besonders», erzählt Ingo Albrecht, Kampagnenverantwortlicher bei Pro Juventute.

Die Bilder und Filme werden ab Montag online publiziert. Ab 8. Juni 2020 werden sie zudem als Plakate in der ganzen Schweiz zu sehen sein.

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