Déformation professionelle – Berufskrankheiten in Werbung und Marketing

Axel Eckstein, Executive Creative Director bei Leo Burnett Schweiz, schreibt in der Werbewoche über Pathologisches in Werbung und Marketing. In der elften Folge: Director’s Cut (conceptus amputatis).

Beschreibung

Der Director’s Cut ist eine tiefe Schnittwunde, die einen Film bis in die Konzeptschicht verletzt. Das gilt insbesondere für den kurzformatigen Werbefilm. Vom Director’s Cut zu unterscheiden ist das Making-of, bei welchem ein intaktes Konzept lediglich von einem dicken audiovisuellen Schorf überzogen wird. Showreels, Online-Communitys und Filmjurys sind die Hauptverbreitungsgebiete des Director’s Cut.

Ursachen

Director’s Cuts entstehen postproduktional durch an und für sich abgeschlossene Jobs, an denen sich ein Regisseur reibt. Er bezweckt damit die Demonstration seiner Fähigkeiten als autonomer Kunsthandwerker ohne laterale Einflüsse durch Briefings, Pre-Production-Meetings oder fertige Sendekopien. Während der Inkubationszeit führt der Kontakt mit hervorragenden Storyelementen zu Trimmings, die in der Summe die eigentliche Schnittwunde bilden.
Axel Eckstein ist Executive Creative Director bei Leo Burnett Schweiz. Er schreibt in jeder Werbewoche über Pathologisches in Werbung und Marketing.

Symptome

Bei den betroffenen Filmen sehr häufig zu beobachten ist ein abnormes Längenwachstum. Begleitend treten Fokussprünge und Weissblenden auf. In schweren Fällen durchläuft die Musikebene eine vollständige Metamorphose. Sehr selten: die Nennung einer alternativen Auftraggebermarke im Schluss-Chart.

Vorbeugung

Wirksame Präventionsmassnahmen sind bislang nicht bekannt. Um Komplikationen zu vermeiden, sollten allfällige Konzeptreste, die in der Schnitt- wunde verbleiben, in jedem Fall vollständig herausgespült werden.

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