Selbst Roger Schawinski ist dabei

TeleCombi vereint acht Deutschschweizer Regional-TV-Sender

TeleCombi vereint acht Deutschschweizer Regional-TV-SenderVon Markus Knöpfli Christian Stärkle hats geschafft: Er hat acht Regional-TV-Flöhe samt Tele 24 in seinen TeleCombi-Sack gepackt. Und der ist vertraglich zugeschnürt. Ab 2001 ist das neue Angebot auf dem Markt. Und ab April haben die meisten Sender auch eine identische Programmstruktur.
«Was aus Stärkles Küche kam, war bisher immer eine Totgeburt» – mit diesen Worten hatte Roger Schawinski noch vor einem halben Jahr die Bemühungen des Tele-M1-Chefs um ein sprachregionales Regional-TV-Kombi kommentiert (WW 17/00). Heute, sechs Monate später, ist der Belcom-Chef mit seinen Sendern Tele Züri und Tele 24 der fetteste Floh in Stärkles Kombi-Sack.
Zu den bisherigen TeleCombi-Partnern Tele M1, Tele Bärn, Tele Basel und Tele Tell stiessen ferner die vier Ostschweizer Flöhe Tele Top, Tele Ostschweiz, Tele Südostschweiz und Schaffhauser TV. Tele 24 dient als sprachregionales Dach.
Das Ziel ist klar: Die neun Sender wollen eine gemeinsame Werbeplattform für nationale Kampagnen bilden. Im Vergleich zu SF DRS, TV 3 und den Werbefenstern wird der Bezug zur jeweiligen Region als besonderer USP hervorgehoben. Das Angebot wird ab dem 1. Januar 2001 vermarktet. Die Clearingstelle ist bei der Radiotele AG.
Ausgehend von den Werbeblockratings, die zwischen Januar und Juni 2000 gemessen (oder für SHTV und Südostschweiz angenommen) wurden, erreichen die TeleCombi-Partner ohne Tele 24 gemäss Stärkle von den 15- bis 49-Jährigen durchschnittlich zwischen 607000 und 651000 Zuschauer pro Tag. Künftig soll TeleCombi aber von der Publica Data als Einheit gemessen und ausgewiesen werden.
Jetzt wird regionale Einheits-TV-Kost serviert
Noch nicht bis ins Detail festgelegt ist der Tarif. Hier steht dem jungen Kombi, das erstmals erst auf Ende 2002 kündbar ist, noch eine Belastungsprobe bevor. Richtgrössen wurden allerdings festgelegt. So sollen die Tarife immer etwa zehn Prozent tiefer liegen als die von SF 1, der TKP soll bei 90 Franken liegen und der GRP bei 1.70 Franken. In Zukunft werden die Tarife quartalsweise neu festgesetzt.
Um den Werbeauftraggebern ausser einer Plattform auch ein möglichst homogenes Programmumfeld zu bieten, sollen die Programmstrukturen der Partner (ausser Tele Züri und Tele 24)
per 1. April 2001 einander angeglichen werden: Stündige Programmschlaufen, die zur vollen Stunde beginnen. Das 60-minütige Programm mit regionalen News, Wetter und Magazin sollte zudem überall einen identischen Ablauf erhalten. Doch nicht nur das: Eine Programmkommission unter der Leitung von Tele-Bärn-Geschäftsführer Marc Friedli sorgt für gemeinsame Magazinsendungen. Derzeit ist ein gemeinsam produziertes, wöchentliches Lifestylemagazin in Vorbereitung. Weitere sollen folgen.
Damit TeleCombi zu Stande kam, sind einige Partner über ihren eigenen Schatten gesprungen. Tele Bärn, das erst seit dem letzten Frühling sein Programm an gewissen Tagen halbstündlich wiederholt, kehrt per 1. April 2001 zur Stundenschlaufe zurück. Tele Top und Tele Südostschweiz müssen ihren Mitte Jahr lancierten Leaderpool wieder aufgeben, da innerhalb von TeleCombi keine Unterpools geduldet sind.
In dieser Sache ist allerdings kaum das letzte Wort gesprochen. Erstaunlich ist zudem, dass sich die drei Ostschweizer SHTV, Tele Ostschweiz und Tele Top gemeinsam unter das TeleCombi-Dach stellen. Einerseits wegen der Animositäten unter ihnen, anderseits weil die Gebiete von SHTV und Tele Ostschweiz praktisch vollständig von Tele Top abgedeckt werden.
«Ein solches Kombi braucht Zeit und lässt sich nicht erzwingen», hatte Stärkle im letzten Frühjahr mit stoischer Gelassenheit gegenüber der WerbeWoche gesagt. Wie recht er hatte.
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