Das Sommerloch taucht, wann es will

Bruttowerbeaufwendungen wuchsen im September unterdurchschnittlich

Bruttowerbeaufwendungen wuchsen im September unterdurchschnittlichDas aus früheren Jahren bekannte Sommerloch, das die Werbeakquisitionsabteilungen während der Sommermonate jeweils zwingend heimsuchte, gibt es nicht mehr. Oder es hat sich nach vorne oder nach hinten verschoben. Um diesen «meteorologischen» Eindruck kommt man nicht herum, wenn man die von Media Focus publizierten Bruttowerbeaufwendungen im September betrachtet. Diese sind nämlich insgesamt «nur» um 7,8 Prozent auf 392,473 Millionen Franken gewachsen. Das ist zwar ein zufrieden stellender Wert, gleichwohl ist er aber der tiefste seit Mai diesen Jahres. In sämtlichen dazwischenliegenden Sommermonaten hatten sich die Bruttowerbeaufwendungen nämlich mit zweistelligen Zuwachsraten entwickelt.
TV erstmals in diesem Jahr getaucht
Immerhin bleibt festzustellen, dass für die Gattung Printmedien das «Modell Sommerloch» noch etwas von seiner Gültigkeit behalten zu haben scheint. Sie realisierte im September mit einem Plus von 10,1 Prozent das beste Resultat der letzten vier Monate.
Und auch die Publikumszeitschriften schnitten mit einem Zuwachs von 8,6 Prozent etwas besser ab als noch im August. Ebenso die Fachzeitschriften, die im September einen sehr komfortablen Zuwachs von 21,3 Prozent verbuchen durften.
Auf dem falschen Bein hat es hingegen die Fernsehwerbung im September erwischt: Ihr Bruttoaufwand schrumpfte gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr um 9,4 Prozent. Es ist das erste Mal im laufenden Jahr, dass der Bereich TV ein Minus einstecken musste.
Umso erfreulicher ging es hingegen beim Radio vorwärts. Das Medium mit den stärksten Zuwachsraten in diesem Jahr überhaupt erzielte mit einem Plus von 32 Prozent erneut ein Rekordresultat. Beim Kino hingegen hat sich der August mit einem Topwachstum von 78,6 Prozent als einmaliges Zwischenhoch erwiesen, denn im September war die Kinowerbung mit minus 16,9 Prozent wieder markant am Tauchen, wie schon bereits mehrmals vorher im laufenden Jahr.
Teletext entwickelte sich zwar mit einem Plus von 7,5 Prozent durchaus erfreulich, aber in den Monaten zuvor war das Wachstum noch höher gewesen. Das Gleiche gilt für den Bereich Plakat, der mit einem Plus von 5,6 Prozent das schwächste Wachstum seit fünf Monaten hinlegte. Immerhin: Die Internetbannerwerbung hat sich gegenüber August um mehr als 40 Prozent auf 3,657 Millionen Franken steigern können. Daniel Schifferle
Bruttowerbeaufwand nach MedienSeptember 1999/2000 im Vergleich
in 1000 Fr. 1999 in 1000 Fr. 2000 +/– %
Tageszeitungen 160 734 177 027 10,1
Publ.-Zeitschriften 62 571 67 926 8,6
Fach-Zeitschriften 22 377 27 149 21,3
TV 68 425 62 003 –9,4
Radio 10 429 13 766 32,0
Kino 3 848 3 196 –16,9
Teletext 1 849 1 987 7,5
Plakat 33 866 35 762 5,6
Internet Banner – 3 657 –
Gesamt 364 099 392 473 7,8
Source : Media Focus Hergiswil (NW)
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