Wolfgang Büchner quitte Ringier

Wolfgang Büchner, Geschäftsführer der Blick-Gruppe, verlässt Ringier per Ende Oktober 2016 und wird Chief Content Officer beim Medienhaus Madsack in Hannover.

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Dies schreibt Ringier in einer Mitteilung vom Mittwoch. Der ehemalige Chefredaktor der Nachrichtenagentur DPA, sowie von Der Spiegel und Spiegel Online übernahm seine Aufgabe bei Ringier im Juli 2015. Gemeinsam mit den Chefredaktoren und deren Leitungsteams hat er die Weiterentwicklung der Publikationen Blick, SonntagsBlick, Blick am Abend, Blick.ch und Blickamabend.ch verantwortet. Der «europäische Top-Journalist» Büchner stehe einerseits für journalistische Relevanz und andererseits für die digitale Transformation von Medienmarken, kommentierte Ringier-CEO Marc Walder damals den Neuzugang. Büchner wurde engangiert, um den digitalen Wandel voranzutreiben. Nun soll er seinen bis 2017 laufenden Vertrag vorzeitig aufgelöst haben – und das bereits vor Wochen.

Die NZZ am Sonntag hat bereits nach der Ernennung von Christian Dorer zum Chefredaktor des SonntagsBlick prophezeit, dass Büchner nun nur noch der Abgang bleibe. Denn mit seiner getroffenen Personalentscheidung habe Walder Büchners Pläne eines gemeinsamen Blick-Newsrooms entscheidend durchkreuzt. Grund: Dorer will eine eigene Redaktion leiten. Laut einer «zuverlässigen Quelle» soll Büchner nicht in die Gespräche miteinbezogen worden sein, Walder habe die Verhandlungen mit Dorer alleine geführt. «Büchner ist in einer Weise desavouiert worden, dass ihm eigentlich nur der Abgang bleibt», zitierte die Zeitung ein Kadermitglied.

Die Beziehung zwischen Walder und Büchner sei aber schon länger «abgekühlt». Der Ringier-Chef halte Büchner vor, dass der Betrieb im Newsroom nicht reibungslos funktioniere, sei aus dem Medienhaus zu hören. Medienhaus-intern hingegen werde auch Kritik an Walders Personalpolitik laut – dieser verpflichte ständig neue Journalisten und Verlagsmanager, überschütte sie erst mit Lob und lasse sie dann fallen. (hae)

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