Fög-Befunde: Syndicom besorgt

Das «Jahrbuch 2015 Qualität der Medien» präsentiert auch dieses Jahr wieder ein Besorgnis erregendes Bild. Syndicom ermuntert die Medienschaffenden, sich offen mit den alarmierenden Befunden auseinander-, und für eine Verbesserung der Situation einzusetzen.

Immer mehr Leute wenden sich von den klassischen Informationsmedien in Presse, Radio und Fernsehen ab und informieren sich stattdessen via Soziale Medien und Internet, wo sie aber vorwiegend Softnews und Unterhaltung konsumieren (Werbewoche.ch a rapporté). Das Geschäft mit der globalisierten Mediennutzung wird von wenigen Tech-Giganten dominiert, Google und Facebook schöpfen den Löwenanteil der Werbeeinnahmen ab, welche den klassischen Medien verloren gehen. Einige Schweizer Medienunternehmen verdienen zwar weiterhin viel Geld, aber auf anderen Geschäftsfeldern – weshalb sie den Redaktionen mehr und mehr die notwendigen Ressourcen entziehen. Die Medienverlage hätten es bisher verpasst, jüngere Generationen für informative Medieninhalte zu gewinnen und die Gratis-Unkultur zu überwinden, so Syndicom in einer Mitteilung.

Das Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft diagnostiziert darüber hinaus, dass Informationsmedien für wirtschaftliche und politische Einflussnahme anfälliger werden, was sich beispielhaft an der breit übernommenen Fundamentalkritik rechtskonservativer Kreise an der SRG aufzeigen liesse.

Die bisher sechs Jahrbücher analysieren eine kontinuierlich sinkende Qualität der Medieninhalte: Am stärksten leiden die Einordnungsleistungen der Journalistinnen und Journalisten – aufgrund des finanziellen, personellen und zeitlichen Ressourcenmangels in den Redaktionen.

Viele Befunde des Jahrbuchs seien alarmierend und legten den Finger auf wunde Punkte, denen sich die Branche nicht verschliessen dürfe, so Syndicom. Die Medienschaffenden müssten sich vertieft mit den Veränderungen in ihrer Branche befassen, fordert die Gewerkschaft: «Sie tragen eine massgebende Rolle in Gesellschaft und Demokratie, die nicht noch weiter geschwächt, sondern endlich wieder gestärkt werden muss.» Auch die Medienschaffenden selbst müssten mit Nachdruck verlangen, dass neue Ressourcen für journalistische Arbeitsleistungen aufgebaut würden – sowohl durch eine Erhöhung der Stellen auf den Redaktionen als auch bezüglich der Arbeitsbedingungen der festangestellten und freischaffenden Mitarbeitenden.

Es bringe der Branche nichts, wenn die Redaktionen in den Chor ihrer Brötchengeber einstimmten, der die SRG zum Feindbild stilisiere. Der Service Public, der insbesondere im Informationsbereich durch die öffentlichen Kanäle erbracht werde, brauche ihre Unterstützung. Damit schmälerten sie die Funktion der privaten Medien nicht. Wenn aber einige unabhängige Medienunternehmen ihre Informationsaufgaben nicht mehr finanzieren könnten, gälte es abzuklären, unter welchen Bedingungen eine direkte Medienförderung eingeführt werden könne.

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