Le Conseil suisse de la presse rejette la plainte contre la NZZ am Sonntag/St. Galler Tagblatt

Der Schweizer Presserat hat eine Beschwerbe der Organisatorin vom Matriarchatskongress, Heide Göttner-Abendroth, abgewiesen. Die NZZ am Sonntag und das St. Galler Tagblatt haben nach Ansicht des Rates korrekt über den Kongress vom Mai 2011 in St. Gallen berichtet.

Die Kongressorganisatorin warf den beiden Zeitungen in ihrer Beschwerde vor, sie hätten eine «Hetzkampagne» geführt, die sich auf ungeprüfte Aussagen einer Denunziantin und eines Sektenbeauftragten gestützt habe. Sämtliche Sachinformationen zum Kongress und zu ihrer Person seien in der Berichterstattung unterschlagen worden. Die Zeitungen hatten geschrieben, Fachleute der Sektenprävention seien entsetzt gewesen, dass die Stadt St. Gallen den Anlass unterstützen wolle. Die Organisatorin vertrete nämlich eine dogmatische Weltanschauung und dulde keine anderen Meinungen, wurde ein Sektenfachmann zitiert. Dies rücke die Feministinnengruppe in die Nähe einer fundamentalistisch-religiösen Bewegung.
 
Der Presserat hat diese Beschwerde abgewiesen, mit der Begründung, dass es berufsethisch nicht zu beanstanden sei, dass die beiden Zeitungen kritisch über den Matriarchatskongress berichtet und den städtischen Beitrag hinterfragt hätten. Es liege auch im redaktionellen Ermessen, die Berichterstattung auf aus journalistischer Sicht relevante Aspekte zu beschränken, auch wenn diese für den Veranstalter nicht zentral seien. Dies schreibt der Presserat in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Beschwerdeführerin habe sich zu den Vorwürfen klipp und klar äussern können. Zudem sei aus der Berichterstattung des St. Galler Tagblattes hervorgegangen, dass die Stadt St. Gallen an ihrem Beitrag festhielt, weil sich der Sektenvorwurf nicht erhärtet habe.
 
Der Vorwurf einer orchestrierten Medienkampagne sei ebenso wenig belegt wie jener, die zitierte ehemalige Mitarbeiterin sei eine Denunziantin, schreibt der Presserat. Zu umstrittenen Tatsachenbehauptungen ein Beweisverfahren durchzuführen, sei aber nicht Aufgabe des Presserates. Er stütze sich deshalb in erster Linie auf die von den Parteien eingereichten Unterlagen.
 
Auf den Vorwurf, die Berichterstattung habe die Menschenwürde der Kongressleiterin verletzt, ist der Presserat mangels genügender Begründung nicht eingegangen.
 

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