Le Matin Bleu fait rougir les autres journaux

Die Westschweizer Gratiszeitung Le Matin Bleu könnte Schätzungen zufolge nach fünf Jahren einen Gewinn von gegen 10 Millionen Franken erzielen.

Die welsche Gratiszeitung Le Matin Bleu
könnte nach fünf Jahren bereits einen Gewinn von gegen 10 Millionen
Franken erzielen, schätzt das Wirtschaftsmagazin Bilan in seiner neuen
Ausgabe. Die Kosten für die Lancierung dürften sich demgegenüber schon
jetzt auf etwa 3 Millionen Franken belaufen. Mit 15 Millionen Franken
beziffert Bilan das jährliche Budget des Blattes. Ziel sei es, dass
der Umsatz aus Inseraten im ersten Jahr bei 15 Millionen Franken und im
fünften Jahr bei 25 Millionen Franken zu stehen komme.
Das Gratisblatt,
das am 31. Oktober 2005 zum ersten Mal erscheint, wird nach
Einschätzung von Bilan einige Turbulenzen in der Medienszene der
Romandie hervorrufen. Titel anderer Verlage, aber auch eigene Blätter
von Edipresse, bangen um ihre Anzeigenkunden. Gefährdet sind Le Matin,
Tribune de Genève und 24 heures – sie alle werden von Edipresse
herausgegeben. Schneidet sich das Medienunternehmen mit der Lancierung
eines Gratisblattes also ins eigene Fleisch? Nicht zwingend, findet
Sacha Wigdorovits gegenüber Bilan. Der Zürcher hatte 20 Minuten bei
dessen Start vor sechs Jahren beraten und weist darauf hin, dass
Edipresse mit einer eigenen Gratiszeitung Konkurrenten fernhalten
könne. Tamedia werde mit 20 Minuten nicht in der Westschweiz aktiv
werden, glaubt Wigdorovits. Edipresse könne als führender Verlag am Ort
den Versuch im Alleingang wagen, Tamedia hingegen nicht. Was anderen
Edipresse-Publikationen durch Le Matin Bleu an Inseratevolumen verloren
geht, könne wenigstens innerhalb der Gruppe wieder hereingeholt werden.
Während die Macher der meisten welschen Zeitungen erst einmal
abwarten
wollen, wie sich die Lage durch den Einstieg eines neuen Titels
verändert, rüstet die Fribourger Tageszeitung La Liberté schon zum
Gegenschlag. Falls Le Matin Bleu auch in Fribourg verteilt werde, wolle
man eine eigene Gratiszeitung lancieren, bestätigt Albert Noth,
VR-Mitglied von Saint-Paul, dem Verlag von La Liberté. Durch den
Einstieg von Le Matin Bleu werde es für andere Blätter schwieriger,
Werbungen aus nationalen Kampagnen zu akquirieren, sagte er gegenüber
Bilan. Dieser Einfluss bestehe auch, wenn das neuste Edipresse-Kind
gar nicht direkt ins Gebiet von La Liberté vorstossen würde.

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