PubliGroupe-VR Schumacher der Veruntreuung verdächtigt

Seiner Treuhandfirma ITAG werden unsaubere Aktiengeschäfte vorgeworfen.

Gegen Fritz Schumacher,
Verwaltungsrats-Vizepräsident der PubliGroupe, wird wegen Verdachts auf
Vermögensdelikte ermittelt. Wie die SonntagsZeitung (SoZ) berichtet,
hat die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt eine Untersuchung eröffnet,
nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter von Schumachers Treuhandfirma ITAG
eine Strafanzeige «wegen Veruntreuung, ungetreuer Geschäftsbesorgung
und allenfalls weiterer Delikte» eingereicht hat. Neben Schumacher
werden auch sein Geschäftspartner Konrad Annasohn und zwei leitende
Mitarbeiter beschuldigt. Bereits Ende Mai hat
eine Hausdurchsuchung bei der Firma stattgefunden.

Zum einen wird der ITAG vorgeworfen, sie habe 1997 widerrechtlich
Kundenguthaben gegen einen Bankkredit verpfändet und damit eine
20-prozentige Beteiligung an Radio Basilisk erworben (von der sie sich
2002 wieder trennte). Die Kunden waren gemäss SoZ darüber nicht
informiert worden. Ein ehemaliger Verwaltungsrat der ITAG bestätigte
diesen Vorfall gegenüber der Zeitung.
Zum andern soll die ITAG als Effektenhändlerin verbotene Kursschnitte
zu Lasten ihrer Auftraggeber erzielt haben. Als Käufer eines Pakets
von 12’000 PubliGroupe-Aktien hätten zum Beispiel die Hayek-Holding,
Swatch und die Swatch-Pensionskasse der Treuhandfirma im Voraus 15
Millionen Franken gezahlt. Die ITAG habe dem Käufer aber einen höheren
Kurs als den tatsächlichen Einstandspreis verrechnet und damit einen
verbotenen Kursschnitt gemacht, berichtet die SoZ, der nach eigenen
Angaben entsprechende Abrechnungen vorliegen. Mitinhaber Konrad
Annasohn sagte dagegen, mit Ausnahme eines anderen, schon 2003
bekannt gewordenen Falls habe die ITAG bei Wertschriftentransaktionen «alles
korrekt» abgewickelt.

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