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Zeitung Am 2. Juni fusionieren zwei Fricktaler Titel zur Neuen Fricktaler Zeitung. Deren Patin, die Basler Zeitung, will nun ihren Schützling beim Metropool anhängen.

Zeitung Am 2. Juni fusionieren zwei Fricktaler Titel zur Neuen Fricktaler Zeitung. Deren Patin, die Basler Zeitung, will nun ihren Schützling beim Metropool anhängen.
Der Schriftzug der Neuen Fricktaler Zeitung (NFZ) ist schlicht, aber voller Symbolik: Im Namen selbst wird quasi das Geschlecht der Fricktaler Zeitung (FZ) weitergeführt, in der Farbe Blau lebt hingegen der Fricktaler Bote weiter. Die leicht kursiv gesetzte Schrift nimmt etwas vom FZ-Logo auf, die Schreibweise mit lauter Grossbuchstaben geht dagegen auf den Boten zurück. Die Aussage ist klar: Das neue Blatt ist nichts Aufgepropftes, es baut auf der Tradition der beiden bisherigen Titel auf. Und es will das obere und das untere Fricktal, zwei Gebiete, die punkto Zentrum unterschiedlich orientiert sind, zusammenschweissen helfen. Das kommt auch beim Layout zum Ausdruck: Es verzichtet weit gehend auf Trennlinien zwischen den Artikeln – fast ein Appell, die hinderlichen, kleinräumigen Abgrenzungen (im Kopf) abzubauen. Dabei bleibt es aber nicht: Tatkräftig geht die NFZ voran und behält die Redaktionen in Frick und Rheinfelden unverändert bei.Publikationsorgan in 27 GemeindenMit der donnerstäglichen Grossauflage mutiert die NFZ wie ihre Vorgängertitel jeweils zum Publikationsorgan (PubO) diverser Fricktaler Gemeinden. Vom Fricktaler Boten übernimmt sie die Verträge mit allen 25 Gemeinden im oberen Fricktal, von der FZ jene mit Rheinfelden und Möhlin. Für die übrigen 21 Gemeinden im unteren Fricktal sowie drei angrenzende Baselbieter Gemeinden ist dagegen der Bezirksanzeiger in Stein das offizielle PubO. Dieser publiziert zudem freiwillig auch die Gemeindenachrichten all jener Fricktaler Gemeinden, von denen er nicht das PubO ist.
Die Neue Fricktaler Zeitung (hier Layoutseiten) kommt schlicht daher und baut auf der Tradition der beiden fusionierten Titel auf.
Lokalgeschichten auf der FrontInhaltlich fokussiert das Blatt klar das ganze Fricktal. «Was weltweit passiert, weiss man über Radio, TV und Internet sofort. Im lokalen Bereich hingegen gilt dies nicht im selben Ausmass», sagt Walter Herzog, beim neuen Blatt Chefredaktor, Mehrheitsaktionär (58 Prozent) und VR-Präsident in einem. Die NFZ-Front macht deshalb zwei bis drei Lokalgeschichten gross auf und führt den Leser auf die hinteren Seiten. Auf der zweiten Seite werden Personen aus der Region vorgestellt, Fokus auf Seite drei beleuchtet ein aktuelles Fricktaler Thema. Danach folgen je eine Seite für die Bezirkshauptstädte Rheinfelden und Laufenburg und für die aufstrebenden Orte Möhlin und Frick/ Gipf-Oberfrick. Die Seiten Fricktal greifen Aktualitäten aus den übrigen Gemeinden und dem Südbadischen auf, zwei weitere Seiten richten den Blick ins Rüebliland und nach Aarau sowie in die Nordwestschweiz und nach Basel. Die Rubrik Express bringt nationale und internationale News in Kürze. «Wir verstehen uns neben Basler Zeitung (BaZ) und Aargauer Zeitung klar als Zweitzeitung», sagt Herzog selbstbewusst. Abgerundet wird die 20 bis maximal 48 Seiten umfassende Ein- oder Zweibundzeitung durch zwei bis drei Seiten Regionalsport. Freitags erscheint ein Veranstaltungskalender, zudem erhalten die Vereine eine Plattform. Den Vierfarben- und Tabloid-Trend konnte und wollte Herzog nicht vollumfänglich mitmachen. «Meines Erachtens sollte eine Zeitung Format zeigen», sagte er augenzwinkernd.
Erhöhung der TarifeWie ihre beiden Vorgängertitel wird die NFZ weiterhin dreimal wöchentlich (dienstags, donnerstags und freitags) erscheinen. Durch
die starke Auflagenerhöhung auf 11000 Exemplare wird der Tarif per 2. Juni auf 4970 Franken bei der Normalauflage (+21 Prozent) und auf 6366 Franken bei der donnerstäglichen Grossauflage (31000 Exemplare) angehoben (+2 Prozent). «Im Vergleich zur Monobelegung der beiden bisherigen Einzeltitel sinkt der Tarif in der NFZ aber um 37 Prozent», betont Herzog.
Auf die meisten Kombis, die die NFZ vom Fricktaler Boten und der FZ übernimmt und denen sie auch treu bleibt, wirkt sich die Preiserhöhung dieses Jahr noch nicht aus. Somit werden der Hattrick mit der Basellandschaftlichen Zeitung (Liestal) und der Volksstimme (Sissach), das Y-Kombi mit der Gratiszeitung Aargauer Woche und das Landpresse-Kombi mit dem Frei-schütz (Muri) durch die höhere NFZ-Auflage zwar verstärkt, sie bleiben aber preislich unverändert. Nur gerade das Kombi «BaZ-Zusatzangebot Fricktal» erfährt eine sofortige Preisanpassung: Mit der NFZ-Normalauflage kostet der Millimeter neu 3.47, mit der NFZ-Grossauflage 3.73 Franken.
Erst auf den 1. Januar 2006 hin ist dann überall eine tarifliche Anpassung vorgesehen. Dann wird die NFZ zudem gemäss Herzog auch ihre Erscheinungsweise mit einer zusätzlichen Mittwoch-Ausgabe erweitern. Der Grund: Auf diesen Termin hin ist die Lancierung des von BaZ-Verleger Matthias Hagemann lancierten Nordwestschweiz-Verbundes vorgesehen. Dieser Verbund bedeutet primär, dass die NFZ via Inseratekombi mit der BaZ am Metropool andocken kann (siehe auch Seite 1). Definitiv ist das noch nicht, Gespräche dazu sind aber im Gang, wie Ruth Ludwig-Hagemann, VR-Mitglied bei der Basler Zeitung Medien und bei der NFZ, auf Anfrage sagte. Dazu muss aber die NFZ flexibler buchbar werden, was eben eine vierte wöchentliche Ausgabe nötig macht.
Der Basler Zeitung Medien dürfte viel daran liegen, auf diese Weise die NFZ an nationalen Kampagnen partizipieren zu lassen. Zum einen will sie das Fricktaler Blatt, an der sie zu 21 Prozent beteiligt ist, für dessen Kooperationsbereitschaft belohnen. Andererseits könnte sie damit einmal mehr den übrigen regionalen Blättern, so der Basellandschaftlichen Zeitung und der Volksstimme, demonstrieren, dass sich eine Partnerschaft mit der Basler Zeitung lohnen könnte.
Wer weiss, vielleicht lassen sich die beiden ja durch die neue Andockmöglichkeit beim Metropool in den Nordwestschweiz-Verbund locken. Dieser steht ihnen jedenfalls weit offen – das hat BaZ-Verleger Matthias Hagemann bisher immer betont.
(mk)

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