Économiser les frais de port grâce au travail d'équipe

Distribution Die Post rationalisiert die Logistik für Tageszeitungen, die Verlage helfen mit – der Tarifstabilität zuliebe.

Distribution Die Post rationalisiert die Logistik für Tageszeitungen, die Verlage helfen mit – der Tarifstabilität zuliebe.Die Verteilung der meisten Tageszeitungen erfolgt über Frühzustellorganisationen. Dennoch ist es pro Nacht rund eine Million Tageszeitungen, die zusätzlich über die Post vertrieben wird. Für diese spezielle Nachtlogistik haben nun Post und Verlegerverbände gemeinsam ein Sparprojekt erarbeitet, das die Kosten auf Postseite jährlich um mindestens 10 Millionen Franken reduziert. Sie haben dazu den gesamten Zeitungstransport umgekrempelt. In der Nacht vom 8. auf den 9. August 2004 wird das neue System, das die Logistik für Tageszeitungen im Wesentlichen schweizweit auf vier Umschlagplätze (Hubs) konzentriert, eingeführt.Den Anlass für diese Sparanstrengung gab die Anfang Jahr erfolgte Posttariferhöhung für den Zeitungs- und Zeitschriftentransport im Inland. Die Post verlangt diesen Aufschlag, weil der Bund seinen Beitrag an die ungedeckten Kosten des Zeitungs- und Zeitschriftentransports ab 2004 von 100 auf 80 Millionen Franken gekürzt hatte und ihn ab 2008 ganz streichen will. Für 2005 hatte die Post deshalb eine weitere Pressetariferhöhung in Aussicht gestellt.
«Eine weitere Erhöhung der Tarife würde die Branche aber nicht verkraften. Es galt darum zu verhindern, dass die Tarife per 2005 noch einmal steigen», sagt Hanspeter Kellermüller, Rechtskonsulent beim Verband Schweizer Presse. Aus Sicht der Verbände – neben dem Verband Schweizer Presse waren auch die Presse Romande und der ATEG (Associazione Ticinesi Editori di Giornali) beteiligt – gab es bei der Post «deutliches Einsparungspotenzial». Deshalb einigte man sich mit der Post auf Sparanstrengungen an Stelle von weiteren Tariferhöhungen.
Bereits hat die Post zugesagt, dass die Inlandtarife im nächsten Jahr auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Die fernere Zukunft ist aber offen. «Die Verleger erwarten Preisstabilität bis 2007», sagt Kellermüller – und fügt hinzu: «Das sind jedenfalls unsere Hoffnungen.»
Zwei Dinge blieben dabei weitgehend unangetastet: Die Redaktionsschlüsse und der Zustellzeitpunkt beim Abonnenten. Letzterer wird mit dem neuen System sogar noch verbessert: «Heute können wir 3 Prozent der Tageszeitungen nicht gleichentags zustellen. Künftig werden es noch etwa 2,5 Prozent sein», sagt Alfred Hugentobler, Leiter Printmedien beim Bereich Postmail.
Die Sparanstrengungen treffen vor allem das Post-Personal: Es gehen 130 Vollstellen verloren, unter anderem in jenen Bahnpostwagen, die aus dem Verkehr gezogen werden. Der organisatorische Hauptaufwand lag ebenfalls bei der Post: Sie klärte die Logistikdetails in den letzten Monaten mit jedem einzelnen Tageszeitungs-Verleger ab. Diese strafften ihre Abläufe und waren zu gewissen Zugeständnissen bereit. So führt das St. Galler Tagblatt (siehe Seite 1) eine Fernausgabe mit früheren Abschlusszeiten ein. Neu bringen zudem die Verlage ihre Zeitungen direkt zu den vier Hubs in Zürich, Bern, Lausanne und Hunzenschwil AG oder zu den
regionalen Briefzentren. Diese Strassentransporte wurden so mit jenen der Post koordiniert, dass zahlreiche Leer- und Parallelfahrten vermieden werden können. «Obwohl wir die Logistik für Tageszeitungen weitgehend von der Schiene auf die Strasse verlagern, wird die Ökobilanz unter dem Strich besser ausfallen als heute», sagt Hugentobler.
Die neue Logistikorganisation von Tageszeitungs-Verlagen und Post nützt der gesamten Presse. Auch die Inlandtarife für andere Periodika bleiben nächstes Jahr auf heutigem Niveau. Aus diesem Grund haben die Verlegerverbände an vorderster Front mit der Post verhandelt.
Auf beiden Seiten ist man des Lobes voll. Während Kellermüller die Anstrengungen der Post hervorhebt, freut sich Hugentobler, «dass wir mit den Verlegern trotz ihrer heterogenen Zusammensetzung und den vielfältigen Bedürfnissen Lösungen finden konnten».
Sparpotenzial auch bei Zeitschriften Pro Jahr befördert die Post rund eine Milliarde Presseerzeugnisse – davon machen die Tageszeitungen knapp ein Drittel aus. Kein Wunder, wittern einige Verlage schon seit längerem auch beim Zeitschriftenvertrieb Sparpotenzial. Dabei denkt man an eine alternative Zustellorganisation (AZO). Eine solche ist tatsächlich seit einigen Monaten in Planung, beteiligt sind Grossverlage und Valora (K-Group). Die Post hingegen ist nur am Rande einbezogen. Dass Verlage und K-Group gleich eine eigene Organisation anstreben, liegt auf der Hand: Sie verfügen bereits über teure regionale Zustellfirmen beziehungsweise schweizweite Distributionsnetze. Falls diese noch stärker ausgelastet werden können, umso besser. (mk)
Jede Nacht geht eine Million Tageszeitungen auf Schweizer Reise mit der Post. Die Kosten dafür können nun gesenkt werden.
Markus Knöpfli

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