La protection du patrimoine à la bâloise

Regional-TV Wie die Basler Regierung ihre schützende Hand über TeleBasel und die Basler Mediengruppe hält.

Regional-TV Wie die Basler Regierung ihre schützende Hand über TeleBasel und die Basler Mediengruppe hält.TeleBasel ist das TV-Kind der Basler Regierung: Sie hatte seinerzeit eine breit abgestützte Stiftung Kabelnetz als Trägerin initiiert. Dass sie nun ablehnend Stellung nimmt zu einem vergrösserten und damit TeleBasel bedrängenden Baselbieter TV Nordwest 5, ist ihr also nachzufühlen. Dennoch lässt das Nein aus mehreren Gründen aufhorchen. Zum einen, weil die Regierung dem Privat-TV-Werbeverbund TeleNewsCombi (TNC) vorwirft, Druck auf TeleBasel ausgeübt zu haben. Zum andern, weil sie nicht nur ihr TeleBasel, sondern auch die Basler Zeitung Medien (BM) unter ihre Fittiche nimmt.Tatsächlich wurde TeleBasel in der Vergangenheit von andern TNC-Mitgliedern mehrmals dazu gedrängt, Einheitsformate ohne Lokalbezug auszustrahlen, um beim Aufbau von sprachregionalen Werbeplattformen mit identischen Zielgruppen mitzuhelfen (siehe WW 44/03). Einmal wurde gar gedroht, NW5 «aufzupäppeln» und an Stelle des widerspenstigen TeleBasel ins TNC zu holen.
Diese allseits bestätigte Geschichte liegt vier Jahre zurück. In der Stellungnahme der Basler Regierung taucht sie aber wieder auf: Ein auf das WG 31 erweitertes NW5 könnte dereinst TeleBasel aus dem TNC drängen und vom nationalen Werbemarkt abkoppeln, wird befürchtet. Erst recht, falls ein «auswärtiges Medienunternehmen» dem erweiterten NW5 beistehen sollte. Letzteres hält die Regierung angesichts des Tamedia-Einstiegs bei 20 Minuten und Radio Basilisk für möglich.
Kürzere Spiesse für BMDoch Samuel Hess, Leiter Wirtschaftsdienste im Basler Wirtschafts- und Sozialdepartement und Verfasser der regierungsrätlichen Stellungnahme, legt Wert darauf, dass in Basel das Eindringen auswärtiger Firmen nicht einfach als Bedrohung verstanden wird. «Den Tamedia-Einstieg bei Radio Basilisk hat der Regierungsrat damals als unbedenklich eingestuft», sagt er. Doch jetzt wolle die Regierung vermeiden, dass ein (auswärtiger) Verleger ein TV in der Region kontrollieren könne. Denn damit hätte die BM, die sich bei TeleBasel (Stiftung) nicht beteiligen kann, kürzere Spiesse, was angesichts ihres «wirtschaftlichen und publizistischen Beitrags» aus regierungsrätlicher Sicht «nicht erwünscht» wäre.
Umgekehrt stellt NW5 für die BM keine Pforte zum TV-Bereich dar, denn die BM und NW5-Chef Beat Alder haben das Heu nicht auf derselben Bühne. Zudem hat einst die BM selbst eine Tür zu NW5 zugeschlagen: Als sich vor zwei Jahren Fritz Schuhmacher, Vizepräsident der BM, privat bei NW5 beteiligte, war man in den BM-Chefetagen derart irritiert, dass man ihn zurückpfiff. Die BM will ohnehin aus finanziellen Erwägungen kein eigenes TV betreiben, sie setzt eher auf Kooperationen mit TeleBasel. Das alles weiss auch Hess.
Somit ist also die regierungsrätliche Stellungnahme ganz im Sinne der BM. Dort gibt man sich darob jedoch erstaunt. «Wir haben nicht lobbyiert und wurden von der Regierung auch nie kontaktiert», versichert CEO Beat Meyer. Und Verleger Hagemann liess gar über die Basler Zeitung verlauten, dass er nichts gegen ein erweitertes NW5 einzuwenden hätte. Auch Hess verwahrt sich gegen Kontakte zur BM vor der Stellungnahme. Beides mag stimmen, doch man kennt die gegenseitigen Positionen ohnehin seit Jahren bestens: Immerhin sitzen Meyer und Schuhmacher mit Hess im Stiftungsrat von TeleBasel.
«Keine Berührungsängste»Die regierungsrätliche BM- und TeleBasel-Protektion erweckt den Eindruck, dass BM und TeleBasel ob des zunehmenden Zürcher Einflusses in der Region enger zusammenrücken und zumindest ein ideelles Bollwerk errichten wollen. Die Tatsache, dass TeleBasel und das BM-Radio Basel 1 in den nächsten Wochen erstmals zusammenspannen und ein grosses Gewinnspiel lancieren, nährt solche Vermutungen noch.
Meyer ist sich dessen bewusst, und er sagt offen, seine Gruppe sei an weiteren Kooperationsmöglichkeiten mit TeleBasel interessiert. Gleichzeitig vergisst er aber nicht zu betonen, dass finanzielle Verflechtungen mit TeleBasel systembedingt ausgeschlossen sind. Willy Surbeck, Geschäftsführer von TeleBasel, gibt sich dagegen gänzlich unabhängig. Er plane demnächst auch mit Radio Basilisk eine grosse Kiste: Die gemeinsame Übertragung der FCB-Meisterfeier im Mai. «Wenn man uns nicht drängt, haben wir keine Berührungsängste», sagt er.
Ein Privileg mit WiderhakenSeit Jahren ist TeleBasel gegenüber andern Privat-TV-Stationen privilegiert: Die Cablecom-Tochter Balcab muss ihm jährlich 1,5 Millionen Franken bezahlen – seit 1998 und noch bis 2028. Das könnte jetzt zum Nachteil werden. Denn ob TeleBasel als Empfänger des Balcab-Manna zugleich am Gebührensplitting gemäss neuem Radio- und Fernsehgesetz wird partizipieren können, scheint zweifelhaft. Erst recht, falls auch ein erweitertes NW5 um Splittinganteile buhlen würde. (mk)
Biederes von Land und Stadt: Programmszenen aus TV Nordwest 5 (links) und TeleBasel.
Markus Knöpfli

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