«Auswählen können ist auch ein Vorteil»

Peter Döbeli, Mitinhaber der Mediaagentur Konnex über Sinn und Unsinn von vier diversen Typologien.

Peter Döbeli, Mitinhaber der Mediaagentur Konnex über Sinn und Unsinn von vier diversen Typologien.WW Machen vier Typologien in der Schweiz Sinn?Peter Döbeli Das wird der Markt zeigen. Mit Sinus-Milieu kann man ja im Prinzip nur die TV-Planung machen. Das ist schade. Besser wäre gewesen, wenn die Publisuisse den Marktradar auf TV adaptiert hätte, wie sie das
zuerst beabsichtigte. Mit dem Marktradar kann man von der Marktanalyse bis zur Mediaplanung alles abdecken, selbst Intermediavergleiche. Die Übertragung dieses Riesenvorteils auf TV scheiterte, weil sich Demoscope und Publisuisse nicht einigten.
Welche Vorteile haben die andern Typologien?
Sinus-Milieu ist im deutschen Sprachraum verbreitet. Kunden, die dort mit dieser Typologie arbeiten, wünschen sie auch in der Schweiz. Der Hauptvorteil von Bluemind ist die Offenheit dieser Plattform. Es gibt zwar erst wenig Daten, aber jedes lizenzierte Forschungsinstitut kann diese Typologie bei allen möglichen Studien mitlaufen lassen. Darum halte ich Bluemind für die Lösung der Zukunft. Die Mach Consumer schliesslich ist ein Standardinstrument, mit dem jeder arbeiten und deren Typologien man bei der MA Strategy weiter verwenden kann.
Für wen ist welche Typologie gut?
Sinus-Milieu eignet sich vor allem für die TV-Planung und für Kunden, die schon im Ausland damit arbeiten. Die Mach Consumer macht bei printlastiger Planung Sinn. Wer schon mit dem Marktradar arbeitet, benutzt diesen sinnvollerweise weiter. Wo aber noch nichts vorhanden ist, empfehle ich Bluemind.
Vier Studien ergeben letztlich vier Währungen. Ein Problem?
Nur wenn man eines daraus macht. Es ist ja auch ein Vorteil, wenn man auswählen kann.
Bluemind überlegt sich eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit ins Ausland. Würde eine ernsthafte Low-Budget-Alternative zu den Sinus–Milieus entstehen? Aus meiner Sicht ja.
Entretien : Markus Knöpfli

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