Mehr Inserate trotz Flaute

Inseratemarkt Erstmals senkt PrintOnline (POL) seine Tarife nicht, sondern behält sie bei – weil immer mehr kleine Inserate keine höheren Erlöse brachten. Dafür bietet POL mehr Flexibilität bei den so genannten Händlerinseraten.

Inseratemarkt Erstmals senkt PrintOnline (POL) seine Tarife nicht, sondern behält sie bei – weil immer mehr kleine Inserate keine höheren Erlöse brachten. Dafür bietet POL mehr Flexibilität bei den so genannten Händlerinseraten.Auf Anfang 2003 hat PrintOnline (POL) für die Übermittlung von Inseraten, die kleiner sind als eine Viertelseite (110 000 Inseraten so gut wie erreicht», freut sich POL-Geschäftsführer Kurt Obrist, und – um den Stellenwert von POL zu verdeutlichen – fügt er an: «Das von POL im 2003 vermittelte Inseratevolumen entspricht etwa 50 Prozent aller in der VSW-Statistik ausgewiesenen Anzeigenseiten.»5,5 Prozent unter Budget
Die Kehrseite der Medaille: Das Nonprofit-Unternehmen, an dem Ringier, NZZ, Tamedia und Publicitas zu je 25 Prozent beteiligt sind, blieb mit einem Umsatz von 1,9 Millionen Franken um 5,5 Prozent unter Budget. Der Grund: «Die Zahl der Aufträge mit kleinen Inseraten nahm stärker zu als erwartet», sagt Obrist. POL hatte einen Anteil von 25 Prozent budgetiert, effektiv waren es schliesslich gut 40 Prozent. Das führte in Folge der tieferen Preiskategorie zur Erlösminderung gegenüber Budget und Vorjahr (Umsatz 2002: knapp 2 Millionen Franken). Erstmals nimmt POL deshalb im 2004 keine Preisreduktionen vor – bisher wurden die Tarife jedes Jahr gesenkt. Die Zunahme der kleinen Inserate ist gemäss Obrist einerseits konjunkturell bedingt, zum andern sei POL dank der tieferen Preise auch von Vermittlern von Stelleninseraten vermehrt genutzt worden.
Demnächst wartet POL mit POLAS, einem neuen Angebot für Inserenten auf, die ihre Anzeigen beispielsweise regional anpassbar machen wollen (so genannte Händlerinserate). POLAS steht für PrintOnline Anzeigensystem. Dieses soll es künftig möglich machen, ein Grundinserat – etwa mit dem CI einer Automarke – im POLSystem so zu speichern, dass autorisierte Garagisten direkt darauf zugreifen können. Diese setzen in der Folge ihren individuellen Text, einen neuen Titel oder die eigene Adresse ein, wählen allenfalls ein anderes Bild und erteilen danach einen Buchungsauftrag für ihre Regionalzeitung. «Wir werden schon in diesem Monat mit POLAS starten, derzeit suchen wir noch Pilotkunden», sagt Obrist. Für das Speichern im POL-System und das Generieren der Daten wird der Auftraggeber zur Kasse gebeten, den einzelnen Auftrag berappt wie bisher der Empfänger.
«Schmierereien» vermeiden
Auch die Druckqualität von Inseraten will POL verbessern helfen. Dazu wird ein Quality-Club initiiert, dem Datenproduzenten einerseits und Druckereien andererseits beitreten können. Ziel ist, im laufenden Jahr bei der Datenübermittlung auf den ISO-Standard PDF/X-3 zu wechseln, womit künftig insbesondere in Zeitungen ein «Schmiereffekt» vermieden werden könne, so Obrist. Dies bedinge aber auf Sender- und vor allem auf Empfängerseite Softwareanpassungen. Für Verlage grosser Zeitungen, die ohnehin daran sind, neue Druckmaschinen zu installieren, stellt die Umstellung auf den internationalen Standard kein Problem dar. Für kleinere Verlage hingegen schon. Deshalb will POL all jenen Verlagen, die eine Umstellung nicht verkraften würden, entsprechende Instrumente zur Verfügung stellen.
PrintOnline-Chef Kurt Obrist
Markus Knöpfli

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