Zucker für die Anzeigenkunden

Tarife Werbeauftraggeber können sich freuen: Mehr Leistung zum selben Preis heisst die Devise zahlreicher Printmedien.

Tarife Werbeauftraggeber können sich freuen: Mehr Leistung zum selben Preis heisst die Devise zahlreicher Printmedien.«Trotz eines massiven Leserzuwachses von 51000 Lesern beziehungsweise 13,2 Prozent verharren wir 2004 mit unseren Tarifen auf gleicher Höhe wie dieses Jahr», sagt TR7-Anzeigenleiter Patrick M. Knecht. Auch wenn längst nicht alle Printtitel so viel Reichweite zulegen konnten wie die Programmzeitschrift aus dem Hause Jean Frey, steht Knecht nicht alleine da mit seiner Preisstrategie. Im Vergleich zu den Tarifrunden der vergangenen Jahre gibt es zum Jahreswechsel jedenfalls mehr Titel, die ihre Leistung verbessern und ihre Preise nicht verändern. Zwei Titel fallen besonders auf: Facts und Cash. Schon zum vierten Mal in Folge rührt die Tamedia-Zeitschrift ihre Tarife nicht an, obschon die Reichweite in den letzten zwei Jahren stark zugenommen hat. Mag sein, dass die preisliche Zurückhaltung in diesem Jahr mit dem anstehenden Relaunch des Newsmagazins zu tun hat. Cash hingegen fror seinen Preis bei anhaltender Lesererosion ein, was faktisch einer Erhöhung entsprach. Eine Anhebung der Tarife auf Grund der leichten Reichweitenerholung in diesem Herbst wäre deshalb von den Werbetreibenden kaum goutiert worden.
Espace Media hält VersprechenDie höheren Tarife fürs kommende Jahr werden von den Verlagen in
aller Regel mit Leistungssteigerungen begründet. Die Aufschläge bewegen sich aber meist im Bereich bis ein Prozent. Den Spitzenplatz in Sachen Tariferhöhung hält auch diesmal wieder Bon à savoir (plus 9,4 Prozent). Das Blatt bleibt damit aber unter seinem Reichweitenzuwachs von 13,5 Prozent. Die Weltwoche indes, die 40 Prozent mehr Leser ausweist, schlug ihre Preise nur um 8,5 Prozent auf und nimmt damit im Printmedienmarkt hinter dem Konsumentenmagazin Platz zwei ein. Die Schweizer Familie, die 9800 Leser gewann, erhöht ihre Preise um 6 Prozent.
Unter den Tageszeitungen fallen die Tarife der Berner Zeitung positiv auf. Trotz einer um 40 Prozent höher liegenden Reichweite hebt die Tageszeitung ihre Preise nur um 31 Prozent an. Die BZ hält damit ihr Versprechen, das sie im Sommer anlässlich der geplanten Übernahme des Bunds gegeben hatte. Immer vorausgesetzt natürlich, die Wettbewerbskommission stimmt der Fusion mit der Tageszeitung Der Bund zu.
Einheitstarife in der Romandie
Auch wenn sich das Gros der Anzeigenleiter beim Umgang mit dem Taschenrechner nahezu mustergültig verhält, gibts Titel, die
ihr Preis-Leistungs-Verhältnis verschlechtern. Zu diesen gehören vorab Westschweizer Titel, so die Ringier-Zeitschriften TV 8, L’Hebdo und Illustré, die den Einheitstarif einführen. Dies führt zumindest bei den Schwarzweissanzeigen zu Preissteigerungen von 70 bis 80 Prozent. Angesichts der unveränderten – oder im Falle von L’Hebdo gar gesunkenen – Leistung eine empfindliche Preisanpassung. Apropos Einheitstarif: Dessen Einführung überlegte man sich auch beim Beobachter, sah dann aber zu Gunsten einer getrennten Bewertung davon ab. Der Preis für schwarzweisse Anzeigen stieg mit plus 9,3 Prozent jedoch wesentlich deutlicher an als der Vierfarbentarif (plus ein Prozent).
Verteuern ihren Anzeigenraum um 8,5 (Weltwoche) und 6 Prozent (Schweizer Familie).

Brutto-Anzeigentarife für eine ganze Seite schwarz/weiss vierfarbig
Zeitungen 2004 Veränder. in % 2004 Veränder. in %
Aargauer Zeitung 13 332.– — 18 819.– —
24 heures 8 880.– + 0,9 15 800.– + 0,6
Basler Zeitung 12 012.– — 16 512.– —
Basellandschaftliche Zeitung N 5 500.– — 7 012.– —
Berner Zeitung (inkl. Bund)* 19 140.– + 31 26 871.– + 31
Blick 21 516.– + 0,6 31 614.– + 0,4
Cash 12 920.– — 17 000.– —
CASHvalue 17 000.– — 17 000.– —
Der Landbote 5 808.– + 2,3 7 938.– + 1,7
Finanz & Wirtschaft 9 900.– — 13 440.– —
Freiburger Nachrichten N 3 740.– + 1,2 4 990.– + 0,9
HandelsZeitung 8 847.60 — 12 483.60 —
La Liberté 5 236.– + 0,9 7 486.– + 0,6
La Presse Riviera-Chablais N 5 104.– + 1,8 6 754.– + 2,2
La Presse Nord Vaudois N 3 784.– + 2,4 5 684.– + 1,6
Le Matin dimanche 19 520.– + 0,6 34 700.– + 0,6
Le Matin semaine 6 650.- + 2,3 13 600.– + 2,3
Le Monde diplomatique CH 4 550.– — 5750.– – 9,4
Le Nouvelliste 5 456.– — 9 328.– + 1
Le Temps 9 300.– + 1,1 15 100.– + 1,3
L’Express 6 030.– — 9 930.– —
L’Impartial 5 490.– — 8 730.– —
Mittelland Zeitung 20 460.– — 28 794.– —
Neue Luzerner Zeitung 13 244.– + 0,7 18 554.– + 0,5
Neue Zürcher Zeitung 13 156.– + 1,7 19 756.– + 1,6
NZZ am Sonntag 13 728.– + 2,3 20 628.– + 2,2
SonntagsBlick 14 352.– — 25 468.– —
SonntagsZeitung** 18 530.– — 27 518.– —
St. Galler Tagblatt GES 11 322.– + 1,7 15 912.– + 1,2
Tages-Anzeiger 15 609.– + 0,6 24 687.– + 0,6
Thurgauer Zeitung GES 6 116.– + 1,5 8 126.– + 1,1
Tribune de Genève 8 800.– + 1,2 15 300.– + 0,7
Walliser Bote 4 455.– + 2 6 815.– + 1,3
WochenZeitung 4 550.– — 5750.– – 9,4
GratiszeitungenAargauer Woche GES 10 692.– — 11 465.– —
Baslerstab GES 10 692.– — 16 062.– —
GHI 9 548.– + 0,5 15 276.80 + 0,5
Lausanne Cités 8 194.– + 0,7 13 094.40 + 0,5
Tagblatt der Stadt Zürich 8 632.– + 1,5 9 622.80 + 1,4
BeilagenAlpha 25 741.– + 0,7 30 682.– + 0,6
Das Magazin 14 984.– — 14 984.– —
Télé Top Matin 19 150.– + 1 19 150.– + 1
TV Guide 13 000.– + 0,2 13 000.– + 0,2
* sous réserve de l'approbation de la Commission de la concurrence
** gilt nur für 2. bis 9. Bund. Der 1. Bund ist teurer. Quelle: Umfrage Werbewoche
Markus Knöpfli

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