Lecture pour les morts-vivants

Beilagen Mit Haifaif erzieht die Südostschweiz Jugendliche zum Zeitungslesen.

Beilagen Mit Haifaif erzieht die Südostschweiz Jugendliche zum Zeitungslesen.Diese Zielgruppendefinition ist noch ein wenig gewöhnungsbedürftig: «Die Zeitung für Lebende» nennt die Südostschweiz Presse AG ihre neue Beilage namens Haifaif. Als «Lebende» sollen sich vor allem die 15- bis 25-Jährigen angesprochen fühlen. Haifaif ist Teil des Marketingkonzepts High5, mit dem das Churer Verlagshaus den eigenen Lesernachwuchs sichern will. Wer Mitglied im High5-Club werden möchte, muss nicht etwa Südostschweiz-Leser sein. Die Stossrichtung verläuft genau umgekehrt: Über den Genuss von High5-Aktionen und -Events sollen Jugendliche an die Zeitung herangeführt werden.
Das Bindeglied zwischen Club und Blatt ist Haifaif. Die Beilage erscheint jeden zweiten Freitag als fünfter Bund sämtlicher Regionalausgaben der Südostschweiz sowie des Bündner Tagblatts. Clubmitglieder, die keine Zeitung abonniert haben, erhalten Haifaif zugeschickt. Dies sind laut Thomas Kundert, bei Publicitas für den Verkauf von Haifaif zuständig, rund 4000 Personen. Insgesamt erreicht die Auflage 74000 Exemplare. Mit dieser Verbreitung biete sich Haifaif auch für nationale Werbekunden an, glaubt Kundert. Immerhin machen die 15- bis 25-Jährigen gemäss Mach Basic 2002 rund 13 Prozent der Leserschaft von Südostschweiz und Bündner Tagblatt aus.
Allerdings sind überregionale Kunden im gegenwärtigen Anzeigenmarkt schwer zu finden. Eine Kooperation läuft indes bereits: Die Handelskette Media Markt stellt CDs und Videospiele zur Verfügung, die von der Redaktion unter dem Firmenlogo rezensiert werden. «Wir sind sehr offen für diese Form von Vermischung zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten und stehen für eine Fülle von Sonderwerbeformen bereit», kommentiert Kundert dieses Konzept. Trotzdem könne Haifaif zurzeit die Kosten nicht durch Werbeeinnahmen decken. Als Investition in die Zukunft der Zeitung wird das Jugendblatt aus dem Marketingbudget finanziert.
Stefano Monachesi

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