Les escapistes

Die spassorientierten Unangepassten verweigern sich Konventionen der Leistungsgesellschaft und planen ihr Leben kurzfristig, immer auf der Suche nach starken Erlebnissen und dem nächsten Kick.

Die spassorientierten Unangepassten verweigern sich Konventionen der Leistungsgesellschaft und planen ihr Leben kurzfristig, immer auf der Suche nach starken Erlebnissen und dem nächsten Kick.In der Zielgruppe der Eskapisten werden bürgerliche Werte und Konventionen abgelehnt. Eskapisten haben kein Interesse daran, sich den Leistungsidealen der Mittelschicht anzupassen. Sie suchen stattdessen intensive emotionale Erlebnisse, bis zu extremen Grenzerfahrungen. Die bürgerliche Gesellschaft wird als spiessig empfunden; von ihr will man sich abgrenzen, ausbrechen und möglichst frei und ungebunden leben. Dennoch besteht zugleich eine Art «Underdog»-Bewusstsein, das sich auch in Ressentiments gegenüber anderen sozialen Gruppen und Ausländern äussern kann. Lebensplanung ist kein Thema für Eskapisten. Weder bestehen langfristige Sicherheitsbedürfnisse, noch ist man bereit, sich beruflich zu engagieren, um die materiellen Verhältnisse zu sichern. Der Umgang mit Geld ist eher unkontrolliert, man lebt spontan, auch Konsumziele werden vorab kurzfristig formuliert. Die Freizeit wird mit Videospielen, in Diskotheken oder beim Sport verbracht.
Zu den Eskapisten zählt man rund 670000 Personen oder elf Prozent des Kundenpotenzials* der Schweiz; ein kleiner Schwerpunkt ist in der Westschweiz zu erkennen. Der Altersschnitt liegt unter 40 Jahren, der Männeranteil beträgt 60 Prozent. Viele Eskapisten wohnen noch im Elternhaus, 29 Prozent sind Schüler oder Studenten. Mittlere Bildungsabschlüsse dominieren, und häufig ist noch kein eigenes Einkommen vorhanden. In diesem Milieu finden sich viele Arbeiter und einfache Angestellte, aber auch überdurchschnittlich viele Arbeitslose.

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