Fachchinesisch: Was bedeutet API?

Alle schreien plötzlich danach, als gäbe es kein Morgen ohne sie: die «ei-pi-ais» – wie sie ausgesprochen heissen – oder ausgeschrieben die «application programming interfaces», zu Deutsch die «Anwendungsprogrammierschnittstellen». Was für ein Unwort! Kein Wunder also hat sich das Akronym durchgesetzt. Dagegen gäbe es ja auch nichts einzuwenden. Dass es hingegen plötzlich nicht nur für […]

Alle schreien plötzlich danach, als gäbe es kein Morgen ohne sie: die «ei-pi-ais» – wie sie ausgesprochen heissen – oder ausgeschrieben die «application programming interfaces», zu Deutsch die «Anwendungsprogrammierschnittstellen». Was für ein Unwort! Kein Wunder also hat sich das Akronym durchgesetzt. Dagegen gäbe es ja auch nichts einzuwenden. Dass es hingegen plötzlich nicht nur für Software-, sondern auch für Stadt-Entwickler wichtiger wird, ist erstaunlich. Aber alles der Reihe nach. Wer seine technischen Entwicklungen isoliert und nur seinesgleichen zugänglich macht, kann zwar kurz- und mittelfristig viel Geld verdienen und – wie das Beispiel Apple mit seinem Circle Headquarter zeigt – diese Philosophie auch städtebaulich manifestieren, langfristig aber wird er keinen Erfolg mehr haben. Im Gegensatz dazu die «anderen» Tech-Giganten Amazon, Google, Microsoft oder Facebook. Wenn einer von ihnen publiziert, dass er für irgendetwas eine API oder eben eine Schnittstelle öffnet und zur Verfügung stellt, dann bricht in der Entwicklerszene Hektik aus. So neulich, als Google für seine My Business-Posts die APIs freigegeben hat, welche ganz neue Möglichkeiten bieten und den Datenfluss noch mehr flutschen lassen. Amazons API Gateway ist gar ein vollständig verwalteter Service, der für Entwickler das Erstellen, Veröffentlichen, Warten, Überwachen und Sichern von APIs in jeder beliebigen Grössenordnung ermöglicht, vereinfacht und beschleunigt. Über eine sogenannte Management Console können Entwickler eine API erstellen, die Zugriff auf Daten, Geschäftslogik oder Funktionen von ihren Backend-Services möglich macht. Das ist dann sozusagen die Mutter aller APIs. Kein Wunder wächst das Unternehmen wie blöd und Stadt-Entwickler und Politiker in 238 amerikanischen Städten buhlen um die Gunst des Giganten, dass er doch bitte sein fünf Milliarden Investment für ein zweites Headquarter bei ihnen tätigen möge. Atlanta (Süssgetränke und Television), Pittsburgh (Stahlindustrie), Dallas (Oel) und viele mehr erhoffen sich damit eine Schnittstelle oder eben ein API ins digitale Zeitalter zu erhalten.*Benno Maggi ist Mitgründer und CEO von Partner & Partner. Er hatte im NZZ FOLIO die Rubrik «Vom Fach» ins Leben gerufen und während Jahren betreut. Er präsentiert und entschlüsselt Worte und Begriffe aus dem Marketingbereich.
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