Corona : "La planification du second semestre se poursuit".

Mehr als Durchhalteparolen: Die Planung für die zweite Jahreshälfte geht unter erschwerten Bedingungen weiter. Interview mit Nicolai Squarra, Vorstandsmitglied Expo Event Swiss Live Com Association, Geschäftsführer dine&shine und Betreiber der im zweiten Semester 2020 öffnenden JED-Eventlocation in Schlieren bei Zürich. Der Branchenverband Expo Event Live Com Association führt eine Aufklärungsdiskussion am 16. März.

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Expodata Live Kommunikation: Was geht zur Zeit ab in der Live Kommunikationsbranche?

Nicolai Squarra: Die Entscheidung des Bundesamtes für Gesundheit, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis mindestens zum 15. März zu untersagen, hat die gesamte Branche in eine regelrechte Schockstarre versetzt. Für die meisten Unternehmen unserer Branche kommt die Weisung des BAG einem Berufsverbot gleich. Hunderte Firmen und tausende Mitarbeiter stehen von einem auf den anderen Tag ohne Arbeit da. Nicht nur die Grossanlässe wurden storniert. Die Stimmung bewegte auch Veranstalter kleinerer Formate, infolge von zahlreichen Absagen ihrer Gäste oder einfach aufgrund firmeninterner Vorsichtsmassnahmen, die bereits geplanten Events bis auf weiteres abzusagen oder zu verschieben. Für uns wie für wohl alle in der Branche sind die Konsequenzen spür- und vor allem messbar. Unsere Auftragsbücher sind bis Mitte Mai leer und die Branche sah sich zur Sicherung der Arbeitsplätze gezwungen, Kurzarbeit zu beantragen.

Nun gilt es in erster Linie, mit Kunden partnerschaftliche und wirtschaftlich tragbare Lösungen für die bereits stornierten Events zu erarbeiten, finanzielle Schäden zu minimieren, das wirtschaftliche Überleben zu sichern und dafür die richtigen Massnahmen einzuleiten. Letzteres ist aktuell wohl die grösste Herausforderung, denn es weiss niemand, wie lange uns das Thema noch beschäftigen wird. Wir können nur Vermutungen anstellen und Zuversicht zeigen, dass wir damit richtig liegen. Ich persönlich bin überzeugt, dass in den nächsten 3 Monaten nicht mit einer Besserung zu rechnen ist. Im Gegenteil. Die Lage wird sich in den kommenden Wochen noch weiter verschärfen. Wir dürfen bei all den negativen Schlagzeilen aber nie vergessen, dass auch die schlimmste Krise irgendwann ein Ende hat. 

 

Wie hat JED das Veranstaltungsverbot erlebt? Gibt es Stornierungen von Kunden?

Im Gegenteil. Wir spüren derzeit ein ungebrochenes Interesse und durften trotz Krise in den vergangenen zwei Wochen einigen interessierten Eventveranstaltern die neuen Flächen zeigen. Sicher mit dem grossen Vorteil, dass das Pre-Opening erst für das letzte Quartal 2020 geplant ist. Die Zuversicht unserer Kunden, dass es sich bei der Krise nur um eine Momentaufnahme handelt, ist spürbar und die Planung für die zweite Jahreshälfte geht weiter. Ich persönlich halte dieses Mindset auch für absolut richtig, denn alles andere wäre für uns und unsere Branche wohl noch schädlicher als das Virus selbst. Angst und Resignation waren schon immer die schlechtesten Begleiter.

 

Welche Konsequenzen hat Corona auf Messebauunternehmen, Eventagenturen, Eventlocations wie JED?

Ich will nichts vormachen. Kurzfristig wird uns Corona alle vor grosse wirtschaftliche und emotionale Herausforderungen stellen. Das Messe- und Veranstaltungsgeschäft ist bis auf Weiteres auf Eis gelegt. In Zeiten von «Social Distancing» fehlt unserem Business schlicht und ergreifend die gesellschaftliche Grundlage. Es werden aber wieder bessere Zeiten kommen. Das ist sicher und vermutlich wird das Livemoment künftig wichtiger denn je. Unser Dasein lebt von zwischenmenschlichen Begegnungen. Über Kurz oder lang wird kein Virus der Welt diesen Umstand ändern können.

Die Frage ist allerdings, wie lang es dauern wird, bis diese Einsicht bei allen einkehrt und wie es bis dahin weitergeht. Hoffnung bieten die politischen Signale, die wir als Vorstand vom «Expo Event» in den vergangenen Tagen erhalten haben. Wir sind zuversichtlich, dass unserer Branche kurzfristig finanzielle Hilfe vom Bund zugesprochen wird. So wird es uns womöglich gelingen, den Sturm zu überdauern. Fest steht aber, dass wir alle vorerst kleine Brötchen backen müssen.  

 

Wie sind die kurzfristigen Aussichten? 

Als Unternehmer sehe ich es als überlebenswichtig, realistische Zukunftsszenarien zu erstellen und entsprechende Massnahmen einzuleiten. Das setzt Wissen und den Mut voraus, auch unbequeme Prognosen zu erstellen. In den vergangenen Tagen habe ich mich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass niemand wirklich sagen kann, bis wann der aktuelle Zustand anhält. Letztlich sind es subjektive Einschätzungen, die immer auch von Hoffnungen und Ängsten geprägt sind.

Persönlich denke ich, dass die Entwicklung in den Nachbarländern aber als guter Indikator dienen kann. Diese lässt kurzfristig leider nicht viel Gutes erhoffen. Ich denke auf ein Ende des Verbotes am 15. März zu hoffen wäre sehr naiv. Die derzeitige Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus verlangt eher noch ein rigoroseres Vorgehen des BAG als dies heute der Fall ist. Im Spätsommer sollte das Schlimmste aber überstanden sein. Im besten Fall durch ein entsprechendes Medikament oder einen Impfstoff.

 

Wie reagiert JED auf die momentane Situation? Welche geschäftlichen Alternativen zum Kerngeschäft sind möglich

Als Eventler glaube ich fest an das Livemoment. Wir werden das nicht nur aufgrund eines Virus aus unserer DNA entfernen können und haben es auch nicht im Sinn. Sicherlich haben wir nebst unserem ursprünglichen Plan eine Alternative erarbeitet, der – sollte die Krise wider Erwartens länger andauern – Luft verschafft. Das betrifft primär den Eröffnungszeitpunkt. Wir haben diesen Plan aber bewusst in der untersten Schublade abgelegt, denn ich glaube fest daran, dass wir als Menschen und wir als Branche diese Krise in naher Zukunft hinter uns lassen werden und dann das mit voller Hingabe ausleben, was unser Menschsein ausmacht: Begegnungen, persönlich und im echten Leben.  

PS : Andreas Messerli im Blick

16. März: Expo Event-Diskussion am Runden Tisch

Expo Event Swiss Live Com Association bietet seinen Mitgliedern die Gelegenheit zum kostenlosen Austausch mit dem Vorstand. Mitglieder haben die Möglichkeit, Inputs persönlich vorzubringen am 16. März, 16 bis 18 Uhr bei Aroma, Binzmühlestrasse 170c, 8050 Zürich. Anmeldung nur für Mitglieder: info@expo-event.ch

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