Live Nation rachète Openair Frauenfeld - et aurait des vues sur le marché de la billetterie

Der US-Konzern Live Nation hat sich eine Mehrheit der Aktien des Openair Frauenfeld gesichert. Das bringt unabhängige Festivals unter Druck – und vielleicht bald auch die Schweizer Ticketanbieter.

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Wie die SonntagsZeitung in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, hat Live Nation die Aktienmehrheit von Openair-Frauenfeld-Präsident Wolfgang Sahli übernommen. Dieser erwartet in den kommenden Jahren starke Veränderungen in der Schweizer Konzertlandschaft und freut sich über den neuen, starken Partner. Die Sicherheits- und Umweltschutz-Aufwände nähmen ständig zu, sagt er. Ausserdem erhofft er sich dank des grossen Netzwerkes von Live Nation einen einfacheren Zugang zu den begehrten Superstars.

Mit dem Openair Frauenfeld übernimmt Live Nation eine äusserst attraktive und gut aufgestellte Marke. Seit sich das ehemalige «Out in the Green»-Festival ab Mitte der Nullerjahre auf Black Music spezialisiert hat, ist der Anlass bis heute zum wichtigsten und grössten Hip-Hop- und Urban-Open-Air Europas angewachsen. Die Spezialisierung hat sich längst ausbezahlt: Seit Jahren tritt in Frauenfeld alles auf, was im Genre Rang und Namen hat.

Schweizer Festivals unter Druck

Der Einstieg des US-Konzerns erhöht jedoch den Druck auf unabhängige Schweizer Festivals weiter. Die internationalen Veranstalter hätten die Ticketpreise und Gage in die Höhe getrieben, sagt Christof Huber, Geschäftsführer des Open Airs St. Gallen, zur SonntagsZeitung.

Live Nation ist in 40 Ländern tätig und organisiert Tourneen von Stars, mit denen man Exklusiv-Verträge hat. Zuletzt ist der Konzertriese in der Schweiz als Organisator der «Not in this Lifetime»-Tour von Guns N‘ Roses in Erscheinung getreten.

Die Ambitionen in der Schweiz sollen aber auch nach der Übernahme des Openair Frauenfeld weitergehen. Der Konzern habe Interesse an weiteren Veranstaltungen, heisst es.

Neue US-Konkurrenz für Ringier und Tamedia?

Laut Branchenkennern soll Live Nation den Einstieg mit der eigenen Tochter Ticketmaster in den Schweizer Markt planen und so in direkte Konkurrenz mit den beiden fast-fusionierten Platzhirschen Ticketcorner und Starticket treten. Dieser Markteintritt würde den Ticketfirmen von Ringier und Tamedia um alle von Live Nation durchgeführten Veranstaltungen bringen und somit einen empfindlichen Einschnitt darstellen. Ob durch den Markteintritt eines starken neuen Players die jüngst von der Weko untersagte Fusion von Starticket und Ticketcorner wieder zum Thema würde, ist offen.

Dass Ticketmaster mit der Schweiz liebäugelt, ist bisher unbestätigte Spekulation. Andre Lieberberg, Managing Director DACH von Live Nation, sagt zur SonntagsZeitung, ihm längen «keinerlei Informationen» zu entsprechenden Plänen in der Schweiz vor. (hae)

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