«Messen sind langsame, schmerzhafte Erfahrungen»

Der europäischen Messewirtschaft geht es noch sehr gut, gerade im Vergleich mit anderen Ökonomien. Das sagt Stephan Forseilles, Chief Technology Officer von Easyfairs.

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«Easyfairs ist der starken Überzeugung, dass das Geschäftsmodell mit Hauptakzent auf dem Vermietgeschäft überholt ist. Als Veranstalter müssen wir mehr bieten. Wir müssen Plattformen für Individuuen und Firmen schaffen, auf denen sie ihre Zukunft erleben können und auf denen sie Menschen treffen, die diese Zukunft mitgestalten. Das ist der Grund, weshalb wir Messen als soziale Netzwerke für das richtige Leben bezeichnen.»

«Technologie ist für Easyfairs kein Ziel an sich, sondern bloss ein Werkzeug, wenn auch ein grossartiges. Das ist das definitive Ende des tonnenweisen Herumschleppens von Broschüren in Plastiksäcken! Wir versorgen unsere Aussteller auch mit hochmodernen Leaderfassungstools, um sicherzustellen, dass sie keine wichtige Besucherin und keinen wichtigen Besucher verpassen und das Beste aus ihrer Messeteilnahme herausholen.»

«Digitalisierung ist ebenso wenig verantwortlich für das Verschwinden einer CeBit oder einer Interbike in Amerika wie die Dampfmaschine für das Verschwinden von Pferdekutschen. Sie sind einfach der Weg hin zu besseren Dienstleistungen und Produkten. Das gesagt, bin ich der Überzeugung, je grösser eine Organisation oder ein Event, desto schwieriger wird es, sie zu adaptieren. Das mag der Grund sein, weshalb grosse Events zuerst leiden.»

«Eines ist sicher: Unsere Industrie wird sich weiterentwickeln. Wir alle erhalten heute geniale, einzigartige Erlebnisse von Marken wie Tesla oder Apple. Es geht um superpersonalisierte Erlebnisse in Echtzeit, wie sie auch Amazon oder Uber anbieten. Im Vergleich dazu können Messen langsame, entfremdete, manchmal sogar schmerzhafte Erfahrungen sein. Digitalisierung ist nicht der Verursacher – im Gegenteil. Sie gibt Menschen ein besseres Erlebnis, sowohl im privaten als auch geschäftlichen Bereich, und diese erwarten jetzt, dass Fachmessen auf dem gleich hohen Niveau operieren.»

Lesen Sie das ausführliche Interview in der Printausgabe von Expodata Live Kommtunikation am 22. August 2019.

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