Farming.plus: Wenn Konkurrenten zusammen gehen

Die Messe Luzern lanciert gleich zwei digitale Verlängerungen von Messen. Eine für die Eigenmesse «Suisse Tier» und eine mit der «Tier und Technik» der Olma Messen.

Suisse Tier

Das war früher unmöglich: Dass zwei Wettbewerber mit themenähnlichen Messen gemeinsame Sache machen. Und zwar digital. Das nützt beiden. Die elfte «Suisse Tier» der Messe Luzern vom 22. bis 24. November 2019 ist mit 200 Ausstellern die Fachmesse für die Nutztierhaltung, die «Tier und Technik» der Olma Messen St. Gallen vom 20. bis 23. Februar 2020 ist ebenfalls Fachmesse für Nutztierhaltung. Jetzt arbeiten die beiden Veranstalter zusammen und schaffen mit der Farming.plus eine gemeinsame digitale Plattform zum Nutzen der Landwirtschaftscommunity.

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365 Tage digitaler Treffpunkt

Schweizer Messeveranstalter haben ziemlich als Erste verstanden: Wenn wir unsere Messen ins 3. Jahrtausend retten wollen, führt kein Weg an deren digitalen Verlängerung auf 365 Tage im Jahr vorbei. Die Messe Luzern nennt die hybride Form von Messen + Onlineschaufenster «digitaler Treffpunkt». Der Sinn dessen besteht darin, die Messen zu stärken und der Weg dahin liegt im Content respektive im berühmten Storytelling. «Mit authentischen Erfolgsgeschichten unserer Aussteller lösen wir Emotionen aus und wecken die Aufmerksamkeit der Besuchenden» sagt Messeleiterin Luzia Roos. Damit sollen die Aussteller auf der Suche nach neuen Kunden begleitet werden. «Wollen wir unsere Aussteller langfristig erfolgreich machen, müssen wir das, was sie an Messen präsentieren, auch online während 365 Tagen erlebbar machen», ergänzt Messe Luzern CEO Markus Lauber.

Was ist Farming.plus?

Schweizer Messeveranstalter machen vorwärts mit der digitalen Verlängerung und die Messe Luzern hat als erste dafür den Begriff der digitalen Verlängerung geprägt. Die Messe Luzern arbeitet diesbezüglich bereits mit der Werkzeugmaschinenmesse Prodex von Exhibit & More der MCH Group und mit der Messe Stuttgart zum Projekt T4M zusammen und ist hier Inspirator.

Nicolo Paganini, Direktor der Olma Messen, sagt es sei sinnvoll, dass (Anmerkung: konkurrierende) Messeveranstalter zum Nutzen der Aussteller und BesucherInnen vermehrt zusammen arbeiten. Das wird jetzt der Fall in der gemeinsamen Onlineplattform «Farming.plus». Sie soll zum Treffpunkt für die gesamte Landwirtschaft, nicht nur einzelne Aussteller oder BesucherInnen werden. Ein solcher digitaler Treffpunkt von zwei Messeveranstaltern ist für die Schweiz und ziemlich sicher sogar in Europa ein Novum.