Das neue Format: Auf zur Criterion!

Auf der Muba-Dernière im Februar hat die MCH Group vorweggenommen, dass sie an neuen Live Kommunikationsformaten arbeitet, aber noch nichts preisgegeben. Ist das Criterion-Festival die Zukunft?

Christoph Kamber

Christoph Kamber: «Heute sprechen alle von Communities. Wir sehen, dass entsprechende Events beim Publikum Anklang finden, weil sie einen anderen Zugang zum Publikum schaffen.»

 

Ist das Criterion-Festival in der Messe Zürich vom 28. – 31. März der Massstab (=deutsche Übersetzung von Criterion) für die Zukunft der Live Kommunikation? Auch für Fachmessen?

Criterion ist ein Treffpunkt für Andersdenker und Andersmacher, für Pioniere und smarte Köpfe. Christoph Kamber, Director Trade Fairs & Consumer Shows Zürich bei der MCH Group sagt zum neuen Format: «Was neu ist, ist die Veranstaltungsform. Sie ist aufgrund der Interaktion mit dem Besucher viel differenzierter.

 

Transformation des Messegeschäfts

Neu ist, dass es eine Vielzahl von neuen Formen gibt, wie man Teil des Formats werden kann: Als Partner einer Case Study, welche ein Thema vertieft hinterleuchtet, als Rahmenprogramm-Teilnehmer, als Enabler von Kleinproduzenten. Dennoch gilt auch in Zukunft: Wer in einer klassischen Form ausstellen will, bezahlt einen Beitrag für die gemietete Fläche. Massgebend neu ist, dass Sponsoren nicht mehr primär Kommunikationsleistungen beziehen, um Ihr Engagement zu vermitteln, sondern in Form von Sponsoring von spannenden Inhalten eher Markenführung betreiben als Sales. Das ist ein entscheidender Schritt zur Transformation des sich bisher im Sinkflug befindenden Messegeschäfts innerhalb der Schweiz.

 

Criterion - Alan Maag

Criterion-Festival: Interaktion anstatt Exposition (Fotos: Alan Maag).

 

Neue Relevanz für Communities

Gemäss Christoph Kamber ersetzt das Criterion-Festival nicht zwingend die genannten Messeformate, auch wenn sich die genannten Messen überlebt haben. «Aber als Veranstalter sind wir angehalten, Events zu erfinden, die eine hohe Relevanz haben, dem Zeitgeist entsprechen und ein Publikum generieren.»

«Früher wurden Messen produziert mit allem und für jedermann. Danach themenfokussierte Publikumsmessen wie zum Beispiel die Swiss Moto oder die Giardina welche sich nach wie vor sehr erfolgreich am Markt behaupten. Heute sprechen alle von Communities. Wir sehen, dass entsprechende Events wie das Urban Bike Festival beim Publikum Anklang finden, weil sie einen anderen Zugang zum Publikum schafen.»

Criterion Alan Maag

Zeitgeist: Criterion schafft Relevanz.

 

365 Tage: Nach dem Festival ist vor dem Festival

Die Criterion setzt auf Community-Aufbau mit sozialen Netzwerken und hat über ein Netzwerk an freischaffenden Journalisten eine Content-Strategie lanciert, welche übers ganze Jahr in ihrem «Criterion-Journal» über wegweisende Ideen und die Köpfe dahinter berichtet. So ist die Criterion bereits heute ein 365-Tage-Event und begleitet die Community übers ganze Jahr hindurch.

«Aber nicht alles, was für die Digitalisierung von Messeformaten angepriesen wird, stiftet einen Nutzen. Im Moment sind viele Veranstalter auf der Suche, um herauszufinden, wohin die Digitalität von Messen führt und wohin nicht.»

 

Ist das das neue Format?

Lösen Festivalevents wie die Criterion das klassische Messeformat (ausstellen, besuchen, kaufen) ab? Christoph Kamber meint dazu: «Man kann das nicht verallgemeinern. Jede Veranstaltung, ob Messe oder Festival hat seine eigene Funktion, seine Aussteller, Partner und sein Publikum. Wir werden uns in Zukunft mit diesen Nuancen auseinandersetzen müssen und die Formate noch konsequenter an den Bedürfnissen ausrichten müssen.» Ob sich das Criterion-Festival richtig ausgerichtet hat, wird sich weisen.

 

Ein ausführlicher Artikel erscheint in der Printausgabe von Expodata Live Kommunikation am 11. April