Messeplatz Deutschland mit Rekordwerten

In Deutschland läuft die Messewirtschaft auf Hochtouren. Die grössten Messeplätze vermelden Jahr für Jahr Rekorde in Umsatz und Gewinn.

Messe Frankfurt Torhaus

Der Unterschied zur Schweiz: die deutsche Wirtschaftslokomotive. Die ganze Welt will in den deutschen Markt. Und das drückt sich in den Aussteller- und Besucherzahlen aus. Im 2018 kamen jeweils 3 Prozent mehr ausländische Aussteller und BesucherInnen auf den Messeplatz Deutschland.

Klaus Dittrich, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe München, die mit einem Umsatz von 415 Millionen Euro im 2018 erstmals auf Rang zwei (an erster Stelle liegt die Messe Frankfurt mit 715 Millionen Euro Umsatz) in Deutschland liegt: «Insbesondere der kontinuierliche Ausbau des internationalen Geschäfts ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Wenn wir ein neues Thema zum Beispiel in China oder in Indien etabliert haben, ist im Nachgang die Beteiligung aus diesen Ländern in München gestiegen. Sowohl auf der Aussteller- wie der Besucherseite.»

Weiter gestiegen ist auch die Internationalität auf den Veranstaltungen der Messe Frankfurt. «Auf Ausstellerseite verzeichnen wir rund 78 Prozent (!) und bei den Besuchern rund 56 Prozent, die aus dem Ausland nach Frankfurt kommen», sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt: «Die persönliche Begegnung steht nicht in Frage, im Gegenteil, es geht vielmehr um eine intelligente Verbindung der analogen und der digitalen Welt.»

Auch die Koelnmesse bleibt auf Wachstumskurs: Im 2019 will sie erstmals die 400-Millionen-Marke beim Umsatz erreichen. Wachstumstreiber dieser Entwicklung sind die Beteiligungen aus dem Ausland: Die Anteile an ausländischen Ausstellern an den rund 160 überregionalen Messen in Deutschland liegen jeweils weit jenseit der 50-Prozent-Grenze.

Sind Messeauftritte noch zeitgemäss? Dazu der AUMA-Vorsitzende Walter Mennekes: «Natürlich müssen sich Messen weiterentwickeln. Aber die meisten Grundkonzepte unserer Messen sind zukunftsfähig. Ich warne davor, die Festivalisierung generell als neuen Messetrend auszurufen. Letztlich müssen alle Neuausrichtungen dem Großteil der Aussteller und Besucher einen konkreten geschäftlichen Mehrwert bieten.»