20 Minuten is off the newsstands again

Crossair-Swissair-Modell. Für 50 Millionen Franken übernimmt die gesunde WoZ die kranke Weltwoche und führt diese nach ihren geschäftli-chen und publizistischen Grundsätzen auf den Boulevard des Erfolgs zurück. Finanziert wird das Projekt von den

Die Pendlerzeitung 20 Minuten, die 13 Monate lang in Zürich, Basel und Bern an je 60 Kiosken gratis auflag, ist dort seit dem 1. März nicht mehr erhältlich.Rolf Bollmann, Verlagsleiter von 20 Minuten, erklärt diesen Umstand so: Die Kiosk AG habe 20 Minuten Mitte Februar beschieden, dem Gratisblatt den Vertrieb über die 180 ausgewählten Kioskverkaufsstellen bis auf weiteres zu verwehren. Laut Bollmann hat der Pressegrossist den Stopp mit dem Bedürfnis begründet, die letzten 13 Monate vertiefter analysieren zu wollen. Die Kiosk AG, die das Auflegen von Gratiszeitungen von Anfang an als Versuch bezeichnet hatte, hat 20 Minuten aber keine definitive Absage erteilt. Bollmann wird noch diesen Monat mit der Kiosk AG zusammensitzen.Ringier dementiert Druck auf die Kiosk AG
Von der Kiosk AG, die einen Entscheid per Ende Februar angekündigt hatte, war keine Stellungnahme erhältlich. Dieses Verhalten nach dem negativen Bescheid sowie die eher dürftige Begründung überraschen, zumal der Versuch mit den Pendlerzeitungen von ihr initiiert worden war. Zudem war öfter zu hören, dass Kioske mit 20 Minuten trotz Gratisabgabe mehr Umsätze zu verzeichnen hatten. Bollmann glaubt denn auch den wahren Grund für den Stopp zu kennen: «Ich habe gehört, dass die Kiosk AG von Blick unter Druck gesetzt worden ist, den Test abzubrechen, weil an den Kioskstellen mit 20 Minuten der Verkauf der Blick-Exemplare massiv rückläufig gewesen sei.» Ringier-Konzernsprecher Fridolin Luchsinger bestreitet dies jedoch. Weder habe der Blick unter den Pendlerzeitungen gelitten, noch habe man Druck ausgeübt. Auf Anfrage der Kiosk AG habe Ringier lediglich die Gratisabgabe von 20 Minuten an Kiosken negativ beurteilt. Luchsinger: «Solange die Provisionsregelung nicht derjenigen der verkauften Titel entspricht, bestehen ungleiche Spiesse.»
Die Pendlerzeitungen an den Kiosken sorgten bereits im letzten Februar für Aufregung unter den Verlagen. Anfänglich lag an einigen Verkaufsstellen auch das Gratisblatt Metropol auf, dieses zog sich jedoch bald zurück. Einige lokale Gratiszeitungen zeigten ebenfalls Interesse am Versuch. 20 Minuten setzte gemäss Verlagsleiter Bollmann pro Kiosk und Tag rund 100 Exemplare ab. (mk)
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