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Endemol beteiligt sich an Bichsel & Burger – TV 3 wartet noch immer auf «Big Brother»-Lizenz

Endemol beteiligt sich an Bichsel & Burger – TV 3 wartet noch immer auf «Big Brother»-LizenzVon Markus Knöpfli Die holländische Endemol Entertainment beteiligt sich an der TV-Produktionsfirma Bichsel & Burger Medien AG (B&B), die für TV 3 die Millionärsshow produziert. Damit steigen für TV 3 die Chancen, das Format «Big Brother» von Endemol übernehmen zu können.
Offiziell heisst es, Endemols Eintritt in den Schweizer Markt habe mit TV 3 nichts zu tun. Doch ohne längerfristige Zukunftsperspektiven in der Schweiz hätte Endemol wohl kaum einen Fuss hierher gesetzt.
Die Zürcher TV-Produktionsfirma B&B wird zu 50 Prozent von der holländischen Endemol Entertainment übernommen. B&B hat mit der «Millionärsshow» für TV 3 schon bisher ein Format produziert, für das Endemol in mehreren europäischen Ländern die Rechte besitzt. Mit insgesamt um die 400 TV-Formaten ist Endemol Europas grösster Anbieter in diesem Bereich (siehe Kasten).
Endemol nimmt mit zwei noch nicht bestimmten Verwaltungsräten Einsitz bei der Zürcher Firma, die in B&B Endemol umbenannt wird. Freddy Burger bleibt jedoch VR-Präsident, Hannes Bichsel VR-Delegierter. B&B Endemol hat ein Aktienkapital von 100000 Franken. Umsatzzahlen wollte Bichsel gegenüber der WerbeWoche keine bekannt geben, B&B habe aber schon im ersten Jahr schwarze Zahlen geschrieben, sagt er. Für B&B sei die Beteiligung des grössten Formatanbieters interessant, «weil wir so auf alles, was wir gerne hätten, jederzeit Zugriff haben».
B&B war 1991 vom ehemaligen SF-DRS-Unterhaltungschef Hannes Bichsel und vom Personalmanager Freddy Burger gegründet worden – im Hinblick auf den Privat-TV-Start in der Schweiz. Zunächst aber produzierte B&B, das heute mit den beiden Gründern insgesamt sechs fest angestellte Mitarbeiter und zahlreiche Freelancer beschäftigt, im Ausland.
«Seit fünf Jahren ist der Schweizer Markt aber so interessant, dass wir nur noch für die Schweiz produzieren», sagt Bichsel. Zu den Kunden gehörten bisher SF DRS und TV 3. Nächstes Jahr wird B&B Endemol – zum zehnjährigen Jubiläum – seine 1000. Sendung produzieren.
Nach Beteiligung Verkauf der «Big Brother»-Lizenz?
Ist die Beteiligung an B&B nun ein Zeichen dafür, dass TV 3 und Endemol sich betreffend Format «Big Brother» handelseinig geworden sind? Oder war für Endemol die Beteiligung an einer Schweizer Produktionsfirma eine Voraussetzung für den grossen Deal mit TV 3? «Weder – noch, die beiden Dinge haben nichts miteinander zu tun», heisst es unisono seitens Endemol, TV 3 und B&B.
Endemol-Sprecher Thomas Notermans erklärt, dass Endemol bereits in 16 Ländern als TV-Produzent tätig sei und sich überall an lokalen Partnern beteilige, um die jeweiligen kulturellen Gegebenheiten berücksichtigen zu können. Zudem seien die ersten Kontakte zwischen B&B und Endemol schon letztes Jahr entstanden, fügt Bichsel hinzu.
Aber klar ist: Falls TV 3 von Endemol die Lizenz für «Big Brother» erhält, wird die Sendung gemäss Notermans auf jeden Fall von B&B Endemol produziert.
Und für Casting und Hausbau braucht es vier Monate. Damit wird es für TV 3, das im Oktober mit «Big Brother» beginnen will, verflixt eng. «Da haben Sie schon Recht», sagt Bichsel, der bis Ende Mai mit einem Entscheid rechnet. Und weil er glaubt, dass «Big Brother» kommt, hat er auch schon erste Überlegungen und Vorbereitungen getroffen. Näheres will er aber nicht sagen.
Auch bei TV 3 scheint man langsam nervös zu werden. «Die Sache wird sich rasch entscheiden», gibt sich Pressesprecherin Andrea Hemmi zuversichtlich. Sie hofft auf einen Entscheid in den nächsten Tagen. Nur: Das sagen sie und TV-3-Chef Jürg Wildberger schon seit Wochen. Darüber, wo die Probleme liegen, wollen sich aber beide nicht äussern.
Gelassen gibt man sich hingegen bei Endemol. «Wir hoffen, dass es zu einem Vertrag mit TV 3 kommt, aber es sind da noch einige Fragen offen», sagt Notermans. «Es wäre schön, wenn die Sache in den nächsten Wochen bereinigt werden könnte…»
Endemol: TV und InternetDie Firma Endemol Entertainment NV mit Sitz in Hilversum (NL) ist in 16 Ländern tätig und produziert viele der bekanntesten TV-Shows im deutschsprachigen Fernsehen, so die «Millionärsshow», «Big Brother» oder «Verzeih mir».
Neben TV betreibt Endemol auch Onlinegeschäfte. In Holland und Spanien ist das Unternehmen je an einem Internetportal für Unterhaltungs- und Freizeitangebote beteiligt.
Endemol wurde 1994 von Joop van den Ende und John de Mol gegründet, indem diese ihre bis dahin unabhängigen Produktionsfirmen verschmolzen. Seit 1996 ist das Unternehmen an der Börse von Amsterdam notiert. Im März 2000 hat die spanische Telefonica für 5,5 Milliarden Euro die beiden Aktienpakete von Van den Ende (26 Prozent) und De Mol (28 Prozent) und damit die Mehrheit bei Endemol übernommen.
Endemol wirtschaftet äusserst erfolgreich: Im Geschäftsjahr 1998/99 erzielte es einen Umsatz von 962 Millionen Gulden und einen Reingewinn von 92 Millionen Gulden.
Vier statt nur drei TV-Zeitschriften in der WestschweizWW18/00: Neue Kampagnen, Die Romands haben die Wahl unter drei TV-Magazinen
En effet, vous citez, en pas de page, sous le titre «les romands ont le choix entre trois magazines TV» TéléTemps, Télé Top Matin et TV8 en omettant de mentionner le magazine TVguide distribué à 202140 exemplaires, le samedi, dans les quotidiens 24heures et Tribune de Genève. Le magazine TVguide est, avec 429000 lecteurs, le deuxième magazine TV de Suisse romande. Il est aussi leader dans les zones économiques 11 et 12 cumulées, faisant de ce titre un acteur important de la scène médiatique Suisse romande. C’est donc bien quatre magazines TV qui sont auHourd’hui offerts au lectorat romand et, bien entendu, aux annonceurs.
Benoît Flach,Direktor Publimag Lausanne
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