Das m&m-Netzwerk beginnt zu spielen

Vermarkter m&m geht definitiv nach Osteuropa – mit ein Grund dafür, dass mm&b Stuttgart den Miele-Etat für Deutschland gewann.

Vermarkter m&m geht definitiv nach Osteuropa – mit ein Grund dafür, dass mm&b Stuttgart den Miele-Etat für Deutschland gewann.«Miele hat nach einem umfassenden Review entschieden, den Etat an die Stuttgarter Mediaagentur mm&b zu vergeben. Gründe dafür lagen unter anderem im guten strategischen Verständnis für Marke, Markt und Zielgruppen.» Mit diesen knappen Worten begründet Mechthild Diermann, Leiterin Werbung International bei Miele in Gütersloh, weshalb der Hersteller von Elektro-Haushaltsgeräten und Einbauküchen per 1. Juli 2005 von der bisherigen Etathalterin Carat, Wiesbaden, zur Stuttgarter Tochter der Schweizer m&m Holding wechselt. Für die neue Betreuungsaufgabe, die den gesamten Mediaplanungs- und -einkaufsetat von Miele umfasst, kann mm&b auf die Unterstützung durch die zum Omnicom-Network gehörende OMD zählen: Diese hält an mm&b Stuttgart einen Minderheitsanteil.Wolfgang Mecklenburg, Gründer und Inhaber der m&m Holding, ist sichtlich stolz über den in Deutschland gewonnenen «Prestigekunden». Dank dem Etat von Miele erhöhe sich das Gesamtmediabudget, das mm&b Stuttgart künftig vertrete, um rund dreissig Prozent. Die Agentur, die derzeit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftige, werde deshalb fünf bis sechs weitere Personen einstellen.
Dass mm&b in Konkurrenz zu einer Reihe grosser, internationaler Agenturen den Zuschlag erhielt, sieht Mecklenburg als «eine Folge dessen, was wir in der Schweiz für Miele gemacht haben». m&m in Glattbrugg betreut Miele Schweiz bereits seit rund sechs Jahren. Diermann bestätigt: «Die Erfahrungen mit m&m in der Schweiz waren sicher sehr nützlich, jedoch nicht allein ausschlaggebend.»
Weit wesentlicher für Miele scheint hingegen zu sein, dass m&m kürzlich definitiv beschlossen hat, nach Holland und Belgien nun auch in Osteuropa, konkret in Tschechien und Ungarn, tätig zu werden. In diesen Ländern ist auch Miele bereits präsent. Darauf angesprochen sagt Diermann: «Die internationale Ausrichtung und Erweiterung der Agentur ist für das Unternehmen Miele mit einem Umsatzanteil von 70 Prozent in Märkten ausserhalb von Deutschland grundsätzlich ein wichtiger Aspekt.»
Ein Wort in Mecklenburgs Ohr, ist er doch für die Expansion nach Osteuropa auf Kunden angewiesen, die seiner Firma auch die Budgets in diesen Märkten anvertrauen. Mündliche Zusagen hat er bereits – abgesehen von Miele ist zum Beispiel auch Emil Frey in Ungarn tätig –, vertraglich abgesichert ist allerdings nichts. «Zuerst müssen wir dort anfangen», sagt Mecklenburg.
Der Starttermin jedoch ist festgesetzt: Ende Oktober, zu Beginn des neuen Budgetjahres. Auch andere Vorbereitungen sind getroffen. So will sich m&m sowohl in Prag als auch in Budapest zu mindestens 60 Prozent an je einer bestehenden Agentur beteiligen.
In beiden Hauptstädten wurden mögliche Übernahmekandidaten gesucht und evaluiert, derzeit laufen die Vertragsverhandlungen. «Zudem haben wir in Prag und in Budapest einheimische Mediaprofis angeheuert, die den Markt gut kennen», sagt Mecklenburg. Doch trotz klarem Fahrplan bleibt er vorsichtig. «Wir wollen nichts überhasten. Und auch unsere potenziellen Kunden raten uns, dass wir lieber sorgfältig und Schritt für Schritt vorwärts gehen sollen.»
Prominente ZusageErnst Grab, bis vor zwei Jahren Direktor der Publicitas, wird per 1. Juli 2005 im Aufsichtsrat der Mediaagentur Schreiner & Van Bokkel Group BV in Holland Einsitz nehmen. Nachdem Wolfgang Mecklenburg mit seiner m&m-Holding dort eingestiegen war, hatte er seinen Freund Grab Anfang Jahr um dessen Unterstützung in den Niederlanden angefragt.
Grab ist im Ruhestand und hält keine VR-Mandate der PubliGroupe mehr. Gleichwohl hat Mecklenburgs Wahl in P-Kreisen Unruhe ausgelöst, kommt doch Grabs Zusage einem Seitenwechsel gleich. Allerdings nur fast, denn Grab wird weder bei der m&m-Holding noch bei deren Schweizer Töchtern m&m und mm&b im Verwaltungsrat Einsitz nehmen. (mk)
Markus Knöpfli

More articles on the topic