Worldwebforum 2019: Bleibe relevant oder werde ersetzt

Das 7. Worldwebforum im Stage One in Zürich hat sich zum Mega-Event entwickelt: 1500 Teilnehmende aus 31 Ländern, Main Stage und viele Themen-Tracks und mit Bundespräsident Ueli Maurer und Rockstar Bill Wyman auch viel Prominenz.

Oggenfuss am World Web Forum

Purpose – wofür steht ein Unternehmen? Eine zentrale Frage am diesjährigen Worldwebforum.

Die Fülle an Referenten und Tracks machte es den Teilnehmenden in der Tat nicht einfach den Überblick zu gewinnen und das richtige auszuwählen. Damit wurse auch klar, dass das aktuelle Format an seine Grenzen stösst. Im Eröffnungsreferat sprach Bundepräsident Ueli Maurer über die Schweiz als "Blockchain-Nation" wurde aber nicht konkret, was er damit wirklich meinte und wo der Nutzen für unser Land auszumachen sei. Digitalisierung sei wichtig und überall und damit blieb der Magistrat bei schon oft gehörten Gemeinplätzen. Immerhin ist zu würdigen, dass er sich die Zeit genommen hat diese wichtige Konferenz zu eröffnen.

In einem anschliessenden Panel ging es dann um den Stellenwert von Bitcoin und anderen Crypto-Currencies und welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf Institution wie die Nationalbank oder Six/Swiss Exchange haben. Etwas befremdlich wirkte hier Andrea Maechler vom Direktorium der Nationalbank, die eine sehr defensive Haltung zum Thema Crypto-Currency und Blockchain einnahm und eine gesunde Offenheit gegenüber neuen Möglichkeiten im Währungsumfeld vermissen liess. Sowohl auf der Main-Stage wie in den verschiedenen Tracks wurde dann über Themen wie Digital Health, Mobility, Food Chain oder Future of Marketing gesprochen.

Bei der Vielfalt und Fülle von Informationen in den Präsentationen und Panels war es wichtig zwischen kurzfristigen und langfristigen Möglichkeiten und Auswirkungen zu unterscheiden. Der Eindruck, dass zwar viele relevante Themen adressiert wurden, in der konkreten Behandlung dann aber an der Oberfläche blieben, hat sich bestätigt.

Einige Takeaways aus der Konferenz:

- Im Bereich Arbeitsmarkt wird nicht Arbeitslosigkeit das Thema sein, sondern vielmehr Umschulung auf die neuen Skills.

- Im Digitalen Zeitalter geht es nicht um Technologie sondern um Wertschöpfungs-Lösungen mittels neuer Technologien.

- Gemäss Studie von McKinsey könnten 50% der heutigen Arbeitsstellen automatisiert werden – aber nur 10% der Jobs können durch Maschinen ersetzt werden.

Nachdem die diesjährige Speakerliste nicht mehr ganz die Ausstrahlung der letzten Jahre hatte wird es für den Gründer Fabian Hediger für die Konferenz 2020 am 16. Und 17. Januar eine echte Herausforderung das bisherige top Niveau zu halten.

Text von Christoph Oggenfuss, Front Office Architekt, CE-Owner markITing ag Zürich

www.markiting.ch