Wie KI Bundesligavereinen im internationalen Streit um Fans hilft

Seit zwei Wochen rollt der Ball in der Bundesliga wieder. Damit geht für Deutschlands Vereine auch der Wettbewerb um die Erweiterung der globalen Fanbase weiter. Denn es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Fussballliebhaber auch über die Landesgrenzen hinaus einen sehr lukrativen Markt bilden.

Um neue Fans anzusprechen, haben Fussballvereine sich in den letzten Jahren zu wahren Content-Produzenten entwickelt und transformieren immer mehr zu Medienunternehmen. Mit Interviews, Torszenen und Freizeit-Selfies der Profis bringen die Clubs den Sport ihren Fans näher als je zuvor. TeraVolt, eine Agentur für digitale TV-Produkte und Beratung, hat ausgewertet, wie erfolgreich die Bundesligateams ihren Content über Social Media verbreiten und erklärt, wie sie die europäische Konkurrenz mit Hilfe von künstlicher Intelligenz auf diesem Spielfeld besiegen können.

Reichlich Inhalte, aber nur zehn Prozent Video Wer Fussballherzen gewinnen will, braucht regelmässig neue und hochwertige Inhalte. Eine Twitter-Analyse zeigt, dass die deutschen Vereine mit durchschnittlich 19 Posts pro Tag an der Tweet-Spitze Europas stehen. Allerdings enthält nur jeder zehnte Post ein Video und nur 16 Prozent einen Link, der die Nutzer zu weiteren Content-Angeboten führt und so die Reichweite vergrössert. Zum Vergleich: Englische, spanische und italienische Clubs posten im Durchschnitt jeweils doppelt so viele Bewegtbild-Inhalte. Ausreisser ist Atletico Bilbao. Mit rund 50 und in der Spitze sogar 100 Posts pro Tag ist der baskische Verein klarer Content-Champion.

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Teams zielen auf Jugendliche ab und mischen in China mit Bis auf einige Ausnahmen in der französischen Ligue 1 sind alle Vereine der fünf grössten europäischen Ligen heutzutage auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube vertreten. Auch mit Plattformen, die jüngere Zielgruppen ansprechen, wie Snapchat und TikTok, experimentieren bereits mehrere Vereine. Eine wachsende Zahl von Teams mischt ebenfalls in dem so wichtigen chinesischen Markt mit. Immerhin 44 Prozent der deutschen Vereine bespielen beispielsweise den beliebten Micro-Blogging-Dienst Weibo. Spitzenreiter ist hier die englische Premier League mit 65 Prozent, gefolgt von der spanischen Primera Division (60 Prozent).

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Premier League spricht doppelt so viele Sprachen wie Bundesliga

Für eine globale Reichweite ist es nicht nur wichtig, ein gutes Content-Angebot zu haben, sondern auch möglichst viele Sprachen zu sprechen. Denn durch die Lokalisierung von Content erreichen die Clubs potenzielle Neu-Fans in deren Sprache und können sich so von der Konkurrenz abheben. Darin liegt für die deutschen Clubs eine grosse Herausforderung, aber zugleich eine grosse Chance. Die Herausforderung: Eine Auswertung der sechs grössten Vereine jeder Liga zeigt, dass die Premier-League-Teams ihren Content in fast doppelt so vielen Sprachen verbreiten – durchschnittlich 7,2 – wie die deutschen Kicker-Teams (3,7). Auch die spanische Primera Division ist mit fünf Sprach-Varianten im Durchschnitt weitaus multilingualer als die Bundesliga.

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Wie KI Fussballvereine zu neuen Fans verhelfen kann

Mit künstlicher Intelligenz könnten die Bundesligisten diesen Rückstand schnell aufholen. Denn eine KI-unterstützte Speech-to-Text-Engine ermöglicht es Fussballvereinen, ihre Inhalte schnell und ohne grossen Aufwand in 40, 50 oder mehr Sprachen zu teilen. Laut Tobias Fröhlich, Geschäftsführer von TeraVolt, sind die Vereine in einer Ära angekommen, in der Fan- und Marktanteile neu verteilt werden. «Video als Medium der Zukunft spielt hier eine zentrale Rolle. Die Möglichkeit, die Fans in ihrer Muttersprache zu adressieren, insbesondere wenn es kein Englisch oder Spanisch, sondern Chinesisch, Arabisch oder Thailändisch ist, ist neu und kann einen grossen Einfluss auf die Vereinswahl eines Fans haben. Somit kann der Verein die Reichweite ganz schnell vervielfachen und Transaktionsraten der gelesenen Posts erhöhen.» 

Die Vereine der fünf grössten Ligen Europas wurden in der zweiten Hälfte der letzten Fussballsaison ausgewertet. Die vollständige Studie von TeraVolt finden sie hier.