Face-Swap-App «Zao» macht User zu Filmstars

«Zao», eine neue Deep-Fake-Anwendung, stürmt die chinesischen Charts. Jedoch sorgen sich User über die Datenschutzrichtlinien.

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Die neue chinesische Face-Swap-App «Zao», die von der Firma Momo Inc vertrieben wird, lässt User zu Stars in bekannten Filmen werden. So hat Zao über das vergangene Wochenende die chinesischen App-Charts im Sturm erobert, jedoch sind viele Nutzer aufgrund der fragwürdigen Datenschutzrichtlinien der App verärgert.

 

User werden Leonardo DiCaprio

Zao verlangte in einer frühen Version der Nutzervereinbarung «freie, unwiderrufliche, permanente, übertragbare und umlizenzierbare Rechte» an von Usern erstellten Inhalten. Aufgrund der hohen Bildqualität der App sind User besorgt, dass ihre Gesichter für Deepfakes verwendet werden. Die Macher mussten ihre Datenschutzrichtlinien deswegen ändern.

User der gratis erhältlichen App können ein Bild von sich selbst hochladen und dieses in Szenen aus hunderten von berühmten Filmen einfügen. So können sie unter anderem die Rolle von Leonardo DiCaprio in «Titanic» oder anderen Filmen des Superstars übernehmen. Anwender können bereits existierende Fotos verwenden oder sich von der App selbst aufnehmen lassen, wobei sie blinzeln und ihren Mund öffnen sollen, um die Deepfake-Qualität der Videos zu erhöhen.

Aufgrund der hohen Nachfrage sind laut den Machern der App deren Server am vergangenen Wochenende fast abgestürzt. Als die Konsumenten allerdings die Datenschutzrichtlinien durchgelesen hatten, waren viele verärgert und es hagelte schlechte Bewertungen. Viele zeigten sich besorgt über mögliche Sicherheitsrisiken für ihre Privatsphäre.

Überarbeitete Datenschutzrichtlinie

Die Entwickler von Zao haben angesichts der verärgerten User ihre Datenschutzrichtlinien mittlerweile verändert. So heisst es, dass Bilder von Usern nur zur Verbesserung der App oder für Massnahmen, mit denen die Nutzer einverstanden sind, verwendet werden. Ausserdem würde Zao von Anwendern gelöschte Bilder auch von den eigenen Servern entfernen. «Wir verstehen die Sorgen bezüglich der Privatsphäre. Wir haben das Feedback erhalten und werden die Probleme, die wir nicht beachtet hatten, lösen, was ein bisschen Zeit brauchen wird», erklärten die Macher in einem Posting im sozialen Netzwerk Weibo. (pte)