Internet-User misstrauen Native Advertising

Nur wenige Internetnutzer vertrauen Native Advertising. Als redaktionelle Inhalte getarnte Werbung kommt oftmals gar nicht gut an, wie eine Umfrage der Marketing-Plattform Outbrain besagt.

«Unternehmen definieren sich nicht selbst, sondern werden über das, was sich Konsumenten untereinander darüber erzählen, definiert. User im Internet vertrauen eher anderen Usern als Firmen. Viele Unternehmen verstehen das noch immer nicht und wollen sich das Vertrauen erkaufen. Das tun sie unter anderem, indem sie redaktionelle Inhalte kaufen», sagt Bernd Pfeiffer von LimeSoda im Interview mit Pressetext.

Outbrain hat die Umfrage online mit etwa 1.000 erwachsenen Usern durchgeführt. 28 Prozent der Befragten haben in den vergangenen sechs Monaten eine Native Ad angeklickt, doch nur 22 Prozent haben dem vertraut, was sie gelesen haben. Inhalte auf Facebook gelten als besonders verdächtig, nur 17 Prozent der Befragten vertrauen ihnen. Die Inhalte von Native Ads sind nicht immer verständlich. 57 Prozent begreifen, was ihnen solche Werbungen im Internet sagen wollen, bei Facebook verstehen allerdings nur 51 Prozent die Inhalte von Native Ads.

Misstrauen, aber auch Nutzen

Trotz des Misstrauens können Native Ads auch positive Effekte haben. Empfehlungen über Produkte durch Native Advertising können für User durchaus bereichernd sein. Rund 40 Prozent der Befragten findet durch diese Empfehlungen immer wieder interessante Inhalte. Mit 46 Prozent meint fast die Hälfte, sie hätte aus den Empfehlungen schon einmal etwas gelernt.

Den Usern besser nichts vorspielen

Pfeiffer rät davon ab, sich das Vertrauen der User mit scheinbar redaktionellen Inhalten zu erschleichen: «Bei ihrer Werbung sollten Unternehmen ehrlich sein. Sie sollten keine Mischformen verwenden und den Usern nicht etwas vorspielen. Die Leute erkennen versteckte Werbung im Internet mittlerweile sehr gut und enthüllen sie online. Da User in diesem Fall miteinander negativ über ein Unternehmen sprechen, schadet das dessen Ruf nur», so Pfeiffer. (pte)