Online-Paare verstehen sich besser, streiten weniger häufig und wollen länger zusammenbleiben

Was amerikanische Studien auch schon feststellten, bestätigt auch eine Vergleichsstudie zwischen online und offline entstandenen Partnerschaften auch für die Schweiz: Online-Paare sind glücklicher.

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Geht es um Grundwerte wie Familie, Kinder und Ehe, stimmen Online-Paare viel besser überein als solche, die sich offline getroffen haben. Auch bei den Fragen des alltäglichen Lebens ist die Übereinstimmung grösser. Zudem streiten sich Online-Paare weniger häufig und möchten länger zusammenbleiben. Dies hat eine Vergleichsstudie der Online-Partneragentur Parship.ch unter Paaren, die sich online kennengelernt haben, und Paaren, die sich offline – also ausserhalb des Internets – kennengelernt haben, ergeben.

Wer sich einen Partner, eine Partnerin mit gleichen Grundwerten bei den Themen Kinder, Familie und Ehe wünscht, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit glücklicher mit einem im Internet gefundenen Partner. Denn wie eine Vergleichsstudie der Online-Partnervermittlung Parship.ch zeigt, sind sich Online-Paare vor allem beim Kinderwunsch einiger als Offline-Paare (85 Prozent versus 74 Prozent). Dasselbe gilt beim Stellenwert der Familie (90 Prozent vs. 77 Prozent), Ehe (79 Prozent vs. 75 Prozent) sowie Sexualität (85 Prozent vs. 62 Prozent). 

«Wer sich auf einer seriösen Online-Partnervermittlung anmeldet, bringt meist einiges an Beziehungserfahrung mit sich. Man kennt das eigene Verhalten in Beziehungen und weiss gut darüber Bescheid, was man will und was nicht. Vor allem in den «nicht-verhandelbaren» Grundwerten wie zum Beispiel der Kinderwunsch und Sexualität, ist es von grossem Vorteil, wenn man übereinstimmt», sagt Parship-Psychologin Barbara Beckenbauer.

Des Weiteren sind sich Online-Paare auch bei den Fragen des alltäglichen Lebens einiger als Paare, die sich nicht im Web kennengelernt haben. In diesem Bereich ergeben sich die grössten Unterschiede beim Reiseverhalten (87 Prozent vs. 73 Prozent) sowie beim Stellenwert des Berufes (85 Prozent vs. 71 Prozent). Grössere Übereinstimmung bei Online- als bei Offline-Paaren ergibt sich auch bei der nachhaltigen Lebensweise (83 Prozent vs. 69 Prozent), Umgang mit Geld (80 Prozent vs. 57 Prozent), Ordnung und Sauberkeit (73 Prozent vs. 59 Prozent) sowie der generellen politischen Orientierung (74 Prozent vs. 60 Prozent).
 

Stärkere Unterstützung bei Problemen und weniger häufig Streit

Tauchen einmal Probleme auf, unterstützen sich Online-Paare gegenseitig stärker mit Rat und Tat als Offline-Paare (73 Prozent vs. 49 Prozent). Dies gilt auch beim gegenseitigen Zuhören (63 Prozent vs. 41 Prozent) sowie dem Gefühl, dass man vom Partner, der Partnerin verstanden wird (59 Prozent vs. 41 Prozent). 

Kommt es trotzdem zum Streit, geschieht dies bei Online-Paaren weniger häufig. So streiten 24 Prozent zumindest gelegentlich, während es bei den Offline-Paaren 47 Prozent sind. Gar 40 Prozent der Online-Paare geben an, fast nie zu streiten. Dieser Wert beträgt bei den Offline-Paaren 20 Prozent.

Bei den Online-Paaren rechnen 81 Prozent mit einer langfristigen gemeinsamen Zukunft. Dieser Wert beträgt bei den Offline-Paaren 58 Prozent. Auch bei der Wunschdauer der Beziehung gibt es Unterschiede: 86 Prozent der Online-Paare möchten, dass ihre Beziehung noch sehr lange dauert versus 67 Prozent bei den Offline-Paaren. 

«Offline-Paare «stolpern» eher in eine Beziehung hinein und lassen sich durch äußere Anziehung und Sympathie leiten. Wie genau man jedoch neben der ersten Anziehung miteinander im Alltag harmoniert, wird eher dem Zufall überlassen. Online rücken diese äusseren Merkmale vorerst in den Hintergrund. Potentielle Partner werden nach Matching-Algorithmen vorgeschlagen, die dafür sorgen, dass man in verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen und Alltagssituationen miteinander harmoniert. Eines dieser Matching-Kriterien ist beispielsweise der Kommunikationsstil. Das heisst konkret, jemand der die Dinge gerne anspricht, wird nicht jemandem vorgeschlagen, der eher dazu neigt, Dinge für sich alleine auszutragen und vorsichtig ist Kritik anzubringen. Aus anderen Studien wissen wir, dass dies zu einer Reduktion von Streit führen kann und Paare in Stresssituationen besser miteinander kooperieren», führt Parship-Psychologin Beckenbauer aus.

Über die Studie

Für einen Vergleich zwischen online und offline entstandenen Partnerschaften wurden zwei Gruppen befragt. Die Online-Stichprobe umfasste 206 Personen, die ihren Partner über Parship.ch kennengelernt haben. Die Offline-Vergleichsgruppe umfasste 521 Personen, die ihren Partner ausserhalb des Internets kennengelernt haben. Beide Gruppen wurden mittels Online-Interviews vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com befragt. Die Studie wurde in den Monaten Mai und Juni 2018 durchgeführt.