Luzerner Staatsanwaltschaft will gegen Cyberkriminelle aufrüsten

Die Luzerner Staatsanwaltschaft will Cyberkriminelle nicht mehr laufen lassen müssen, weil sie nur schwer aufzuspüren sind. Sie fordert von der Politik die Mittel, um Spezialisten im Kampf gegen diese neue Kriminalitätsform zu rüsten.

Cyber Crime


Erstmals hat die Luzerner Staatsanwaltschaft für 2018 diejenigen Delikte extra statistisch ermittelt, die mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnologien begangen wurden. Sie kam auf 469 Fälle. 310 von diesen - genau zwei Drittel - wurden sistiert, weil die Täter nicht ermittelt werden konnten. Dies sei unbefriedigend, sagte Oberstaatsanwalt Daniel Burri am Dienstag an der Jahresmedienkonferenz der Luzerner Staatsanwaltschaft.

Burri ist überzeugt, dass mit der Digitalisierung auch die Cyberkriminalität zunehmen werde. Die Entwicklung sei besorgniserregend, sagte er. Polizei und Staatsanwaltschaft müssten einen Schritt vorwärts machen, damit Luzern nicht von der Cyberkriminalität überrollt werde. Der Oberstaatsanwalt will zusammen mit der Kriminalpolizei ein entsprechendes Projekt starten und bis im Herbst dem Luzerner Regierungsrat den Bedarf aufzeigen. «Wir brauchen mehr Mittel und Möglichkeiten», sagte Burri. «Das kostet Geld.»

Präventive Wirkung

Burri schwebt vor, künftig spezialisierte Staatsanwälte auf die Cyberkriminellen anzusetzen. Die personellen Ressourcen sollen verstärkt, die Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei ausgebaut werden. Handlungsbedarf sieht Burri aber auch bei der Infrastruktur. Die Spezialisten bräuchten Büros sowie die nötige Hard- und Software.

Burri erklärte, dass es auch in Zukunft Fälle geben werde, bei denen die Täter nicht eruiert werden könnten. Er erhofft sich aber auch eine präventive Wirkung, wenn sich herumspreche, dass die Luzerner Behörden bei der Cyberkriminalität aktiv seien.

Bei rund 90 Prozent der unter die Cyberkriminalität fallenden Delikte geht es um Vermögensdelikte. Betrüger schreiben etwa im Internet Wohnungen oder Autos aus, die nicht existieren, und fordern von Interessenten Anzahlungen ein. Nur 3 Prozent der Cyberkriminalität entfallen auf Pornografie. (SDA)