Sicherheit im Netz: Schweizer User anfällig für Phishing

In den vergangenen zwei Monaten hat Google Schweizerinnen und Schweizer zu ihrer Internet-Nutzung befragt. Ergebnis: Im Bereich Sicherheit besteht teilweise Nachholbedarf.

Im Dezember 2018 und Januar 2019 führte Google anlässlich des diesjährigen Safer Internet Day (5. Februar 2019) eine repräsentative Studie in 20 europäischen Ländern zum Thema Sicherheit im Internet durch. Befragt wurden auch Schweizerinnen und Schweizer – unter anderem zu Phishing, Hacker-Angriffen oder dem Einsatz von Sicherheitstechnologien. Dabei zeigte sich, dass im internationalen Vergleich hierzulande teilweise noch Aufholbedarf besteht.

Phishing ist ein Problem

Bei der Internet-Sicherheit schneidet die Schweiz im europäischen Vergleich knapp unterdurchschnittlich ab. So werden die Schweizerinnen und Schweizer weniger häufig Opfer von Phishing (47 %) als die österreichischen Nachbarn (49 %), aber wesentlicher häufiger als die Deutschen (40 %). Der Durchschnitt aller Befragten in anderen europäischen Ländern liegt bei 45 %. In Europa am wenigsten von Phishing betroffen sind Nutzerinnen und Nutzer nach eigener Angabe in Polen (35 %), Finnland (31 %) und Ungarn (28 %).

Bei Viren- und Malware- Angriffen zeigen sich die Schweizerinnen und Schweizer anfälliger als ihre europäischen Nachbarn. 22 % geben an, schon einmal von einem solchen Angriff betroffen gewesen zu sein. In Österreich sind es 17 %, in Deutschland 10%. Der europäische Durchschnitt liegt bei 16%.

Phisherhaken

Schweiz überdurchschnittlich fit in Sicherheitsfragen

Positiv ist, dass sich die Schweizerinnen und Schweizer sich besser um ihre Sicherheit im Internet kümmern als ihre deutschsprachigen Nachbarn. So wenden heimische Nutzerinnen und Nutzer häufiger die neuesten Sicherheitstechnologien an, um sich vor Angriffen zu schützen. Der Studie zufolge nutzen 25 % der Schweizerinnen und Schweizer die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle ihre Accounts. In Österreich sind es 21 %, in Deutschland 17 %. Mit diesem Wert zeigt sich die Schweiz auch überdurchschnittlich im europäischen Durchschnitt (20 %). Bereits 45 % nutzen dieses Tool für einen Teil ihrer Konten (Österreich 41 %, Deutschland: 36 %, Durchschnitt: 42 %).

Weiter sichern 27 % der Befragten aus der Schweiz alle ihre Online-Konten mit einer Telefonnummer oder zweiten E-Mail-Adresse zur Wiederherstellung, weitere 44 % tun dies zumindest bei einem Teil ihrer Konten. Ähnlich agieren die Österreicherinnen und Österreicher: Hier nehmen 31 % der Userinnen und User diese Vorkehrung bei allen Konten vor, 44 % zumindest bei einem Teil ihrer Online-Konten. Weniger umsichtig sich die Deutschen (23 % und 40 %). Der europäische Durchschnitt steht in Bezug auf die Absicherung aller Online-Konten besser da (32 % bei allen, 40 % bei einem Teil ihrer Konten).

Sicherheit Bankdaten für alle Europäer am kritischsten

Finanzdaten liegen den Schweizerinnen und Schweizer besonders am Herzen. Die heimischen Nutzerinnen und Nutzer sorgen sich beim Thema Online-Datensicherheit am meisten um die Sicherheit ihrer Finanzdaten (56 %). In Österreich sind es 50%, während dies nur für 44% der Deutschen ein vorrangiges Thema ist. In Grossbritannien machen sich die Userinnen und User besonders Sorgen um ihre Finanzdaten: Für 60% der Befragten sind diese Online-Daten am kritischsten. Der europäische Durchschnitt liegt bei 57%.