Künstliche Intelligenz: Wo die Schweizer Firmen investieren

Knapp drei Viertel der Unternehmen in der Schweiz bewerten künstliche Intelligenz (KI) als wichtiges Zukunftsthema. Rund jede zweite Firma verfügt aktuell sogar über erste praktische Erfahrungen und setzt KI-Technologien in Teilbereichen ein. In welche Einsatzfelder wollen die Chefetagen aber in den kommenden zwei Jahren investieren?

Als wichtigste Investitionsziele für den Einsatz künstlicher Intelligenz bewerten die eidgenössischen Manager zunächst die Automation von Prozessen (78 Prozent). Ebenso relevant, wenn auch mit einem geringeren Anteil an «Sehr wichtig»-Stimmen finden die Manager das Ziel, die Mitarbeiter durch KI produktiver zu machen. Darüber hinaus nimmt sich die Mehrheit der Unternehmen vor, mit Hilfe der smarten Technologie die vorausschauende Wartung zu verbessern (76 Prozent) und Kundendaten besser auswerten und nutzen zu können (76 Prozent).

KI Grafik

KI ist bereits Alltagstechnologie

«KI wird in vielen Business-Bereichen zu einem immer wichtigeren Produktionsmittel», sagt Dr. Bruno Messmer, Leiter der Digital Strategie Beratung bei DXC in der Schweiz. «Dank den Fortschritten bei der Mustererkennung, die für die automatische Analyse von Texten und Bildern von grosser Bedeutung ist, wird die Technologie immer stärker dafür eingesetzt, Arbeiten zu übernehmen, die die Menschen entlasten.»

Dazu ein Beispiel: Bei einem mittelständischen Beleuchtungs-Hersteller gehen pro Jahr rund 50’000 Angebots-Anfragen ein – rund zweieinhalb bis drei Millionen Dokumente werden dafür von den Kunden zur Prüfung vorgelegt. Zumeist handelt es sich um komplette Baubeschreibungen, bei denen der grösste Teil für das Angebot an Lichttechnik nicht relevant ist. Mit 80 Mitarbeitern wurden die Dokumente in der Vergangenheit durchforstet. Diesen eintönigen Prozess übernimmt heute eine KI-basierte Software. Mit dem KI-System wird der Vertrieb von zeitaufwendigen Routine-Arbeiten befreit. Das ermöglicht den Verkäufern, sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können – nämlich die qualifizierte Mensch-zu-Mensch-Kommunikation. In dieser Interaktion zwischen dem Vertriebsmitarbeiter und dem Kunden werden beispielsweise Herausforderungen aus der Praxis diskutiert, die in keinem maschinenlesbaren Dokument zu finden sind und aus denen sich Upselling-Optionen ergeben können.

«Die Fähigkeiten von KI-Systemen übertreffen bereits heute in gewissen Bereichen die Fähigkeiten von Menschen, so dass Mitarbeiter von Routinearbeiten entlastet und ihre Zeit, Energie und Talente für sinnvollere Aufgaben genutzt werden können», sagt Bruno Messmer.

Über die Umfrage

DXC Technology hat die Studie «Artificial Intelligence» im September 2018 über ein Marktforschungsinstitut durchgeführt. In der Schweiz wurden N=100 Führungskräfte mit Entscheidungsbefugnis bei der digitalen Transformation befragt. Branchenschwerpunkte der Studie sind: Industrie, Finanzdienstleistungen, Handel & Verbrauchsgüter.