Nicht nur irgendwelche Zahlen

Am Sonntag hat die New York Times zum ersten mal in der neueren Geschichte eine Titelseite ohne Bilder veröffentlicht. Zu Ehren der 100'000 Corona-Toten in den USA.

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Ein starkes Stück: Die New York Times listete am Sonntag 1000 Namen, die dem Coronavirus zum Opfer fielen. Ein Gegenstück zur «Statistifzierung» der Pandemie. Wir sehen Kurven, lesen die täglichen Statistiken, neue Ansteckungen, neue Tote, Tote gesamt, erwartete Tote, Tote im Vergleich zu anderen Staaten. Dass hinter den nüchternen Zahlen echte Menschen mit echten Geschichten, Angehörigen und Schicksalen stecken, geht dabei meist vergessen.

In den USA «knackt» die Anzahl der durch die Corona-Pandemie Verstorbenen bald die 100’000er-Grenze. Ein neuer statistischer Wert, eine «magische» Grenze. Die New York Times gibt den Zahlen ein Gesicht. In dem sie stellvertretend 1000 Namen und in wenigen Worten beschreibt. Darunter eindrückliche Zeilen: «Romi Cohn, 91, New York City, saved 56 Jewish families from the Gestapo.» Oder weniger spektakuläre, aber nicht minder berührende Beschreibungen: «Kyra Swartz, 33, New York, volunteered for pet rescue organizations». Und, und, und. Der Titel: «US Deaths near 100’000, an incalculable loss».

Die Liste wurde auf einer Doppelseite im Zeitungsinneren fortgeführt. In der Online-Version können alle Namen interaktiv abgerufen werden.

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