Fär geht vor

Die neuste Kampagne der Färöer Inseln strotzt vor Charme. Ein mehr als würdiger Nachfolger der preisgekrönten «Sheep View»-Kampagne.

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Im Vergangenen Jahr «protestierten» die Färöer Inseln dagegen, dass sie nicht in Google Street View vertreten waren: Die Färinger schnallten ihren Schafen Kameras auf den Rücken und gewannen damit nicht nur die Herzen der Zuschauer aus aller Welt, sondern auch zahlreiche Kreativpreise für die verantwortliche dänische Agentur Liquidminds. Mit winzigem Budget machte sie die ebenso kleine Inselgruppe weltbekannt. Als Reaktion kreuzte Google mit Schubkarren auf den Färöern auf und erfasste deren Wege per Street-View-Kamera.

Jetzt doppelt das sympathische Land nach. Und erinnert mit einer ebenso sympathischen Aktion daran, dass es eigentlich eine eigene Sprache hätte. Da diese niemand versteht, spricht man mit Touristen meist Englisch. Es bleibt fast nichts anderes übrig, denn die Sprache ist nicht einmal in Google Translate vertreten. Das soll sich ändern. Der Premierminister wandte sich in einem offenen «Brief» direkt an Google und plädierte für die Aufnahme – zu wichtig sei diese für die Kultur und Identität der Färinger

Bis das echte Google Translate erfasst ist und funktioniert, helfen die Färinger geschlossen mit einer genialen Aktion aus: Sie übersetzen selbst. Auf der Seite Faroeislandstranslate.com können Begriffe und Sätze eingegeben werden. Die Anfrage wird an eine Bewohnerin oder einen Bewohner weitergeleitet. Bis die Übersetzung per Webcam bereit ist, betrachtet der Besucher gespannt Aufnahmen der landschaftlich und klimatisch faszinierenden Inselgruppe im Nordatlantik. Rund 30 bis 45 Sekunden später (bei den Tests) wird einem die Übersetzung vorgespielt. Das funktioniert derart gut, dass man die Kampagne (und die Bewohner) sofort ins Herz schliesst.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass wir die Idee, dass Leute aus aller Welt mit per Zufall ausgewählten Bewohnern eines entfernten Landes verbunden werden, bereits von der mit Preisen überhäuften Kampagne «The Swedish Number» (und auf lokaler Ebene auch vom «Dorftelefon» in Tschlin GR) kennen.

Der SRF-Vorbericht zum Fussball-Länderspiel auf den Färöer Inseln machte jüngst schon Lust darauf, das Land zu besuchen – «Faroe Islands Translate» bestätigt die Vermutung, dass dies eine gute Idee wäre. (hae)

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via W&V

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