Zu guter Letzt: Smartphone-Klatsche

Nervende Smartphone-Flut an Live-Konzerten? Eine Erfindung von Ramones-Schlagzeuger Marky Ramone schafft endlich Abhilfe.

Wer vor Jahren zum letzten Mal an einem Konzert war und heute endlich wieder mal eines besucht, dürfte sich im falschen Film wähnen. Das Verhalten des Publikums hat sich im letzten Jahrzehnt grundlegend geändert: Gab man sich früher dem Moment hin, geht es heute bei vielen Besuchern darum, den Moment für sich und die Nachwelt in Bild und Ton festzuhalten. Resultat: Unzählige verwackelte Mitschnitte des selben Konzerts auf Youtube, dafür grosse Teile des Publikums, die in erster Linie darauf achten, dass die Aufnahme nicht verwackelt.

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Bild: Keystone

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Diese Entwicklung stört nicht nur den Teil des Publikums, der die ausgelassene Stimmung vermisst, sondern vor allem auch die Musiker selbst. Sie werden zu Sujets degradiert, die nicht für ein besonders schönes Live-Erlebnis, sondern für einen besonders schönen Film performen. Sängerin Kate Bush bittet das Publikum, die Smartphones in der Tasche zu lassen: «Ich möchte mit Euch als Publikum Kontakt haben, nicht mit Euren iPhones, iPads oder Kameras». Auch Lenny Kravitz beklagt sich, der «Technik-Kram» erschwere es den Menschen, im Hier und Jetzt zu sein. Elton John bezeichnete die Entwicklung gegenüber dem Zeit Magazin als «krank»: «Denen will ich immer von der Bühne zurufen: Legt das Ding weg, und hört einfach mal zu. Erlebt den Künstler direkt und nicht durch so eine verdammte Maschine.»

Marky Ramones Lösung sieht da weit weniger Kommunikation vor: Mit der aus Seven Inch und Schlagzeugschläger gebastelten Smartphone-Klatsche wird mit filmenden Zuschauern kurzer Prozess gemacht. Rock 'n' Roll! (hae)

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